Prof. Mag. Dr. Christoph Dellago

(Dekan der Fakultät für Physik an der Universität Wien)

Am CERN findet demnächst eines der aufregendsten Experimente unserer Zeit statt und die ganz Welt blickt mit Spannung nach Genf. Gleichzeitig beschließt man in Österreich aus dem CERN auszusteigen. Bleibt es bei dieser unverständlichen und kurzsichtigen Ausstiegsentscheidung, ist eine dauerhafte Schädigung des Rufes Österreichs in der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft unvermeidlich. Wie Österreich unter diesen Umständen auch in Zukunft noch als zuverlässiger Partner in europäischen Projekten auftreten wird können, ist unklar. Die Teilchenphysik in Österreich, die auf eine lange und erfolgreiche Tradition zurückblicken kann, wird mit der Entkoppelung vom CERN jedenfalls auf ein Abstellgleis gestellt. Dies ist besonders bedauerlich, da mehrere österreichische Universitäten der Teilchenphysik, insbesondere im Zusammenhang mit dem neuen Large Hadron Collider, einen wichtigen Platz in ihren Entwicklungsplänen eingeräumt haben. Bei einem CERN-Ausstiegs Österreichs scheinen exzellente Berufungen in der Teilchenphysik jedoch unmöglich, sodass die Entwicklung der Universitäten in diesem Bereich jäh gestoppt wird. Dass ein reiches Land wie das unsere sich eine CERN-Mitgliedschaft nicht mehr leisten will, ist sehr enttäuschend und kaum nachzuvollziehen. Es bleibt zu hoffen, dass die Entscheidungsträger diesen drastischen Schritt nochmals überdenken und revidieren werden.

(posting auf www.hephy.at am 14. Mai 2009, Authentizität überprüft)


Prof. Dr. Alfred Bartl

(Emeritus an der Universität Wien)

Oesterreichische Wissenschaftler und Techniker arbeiten seit mehr als 20 Jahren an der Planung der zukünftigen LHC-Experimente und deren Aufbau am CERN mit, dies auch in strategisch wichtigen Positionen. Ihr wissenschaftlicher Beitrag ist klar erkennbar und wird allgemein hoch geschaetzt. Dieses hohe Niveau konnte nur durch jahrzehntelange Aufbauarbeit erreicht werden.
Oesterreich hat ohne Zweifel auch viele Vorteile durch seine CERN- Mitgliedschaft, wie sich etwa beim Bau von Med-Austron (nahe Wiener Neustadt) zeigt, der ohne die Mithilfe des CERN wahrscheinlich nicht moeglich waere. Mit einem Austritt Oesterreichs aus dem CERN wuerde auf lange Sicht das Niveau der Teilchenphysik in Oesterreich sinken, ohne dass etwas Aequivalentes an seine Stelle gesetzt wuerde.
Die Ankuendigung des Austritts Oesterreichs aus dem CERN kann nur als kurzsichtig und unueberlegt angesehen werden, insbesondere deshalb, da keinerlei Kriterien formuliert wurden, nach welchen die Grundlagenforschung in Oesterreich in Zukunft gefoerdert werden soll. Daher sollte die Ankuendigung des Austritts Oesterreichs aus dem CERN so rasch wie moeglich zurueck genommen werden, bevor das Ansehen Oesterreichs noch groesseren Schaden leidet.

(posting auf www.hephy.at am 15. Mai 2009)


Professors Peter Goddard, Stephen Adler, Nima Arkani-Hamed, Juan Maldacena, Nathan Seiberg, Edward Witten

(IAS Princeton)

Dear Colleagues
We have heard with dismay of the announcement by the Austrian Minister for Science that Austria will withdraw from CERN by the end of 2010. Austria has a remarkable and glorious tradition of contributions to our exploration of the laws of physics at the deepest level. It would be a great tragedy if Austria were to take this step just as the Large Hadron Collider (LHC), the largest scientific effort in history, and the most important experiment in fundamental physics for a generation, is beginning operation, and we stand on the threshold of discoveries that are likely to change our understanding of the nature of the physical world. Over 100 countries have come together in this enterprise at CERN, an organization whose technological and scientific contributions to humanity demonstrate the power and value of international collaboration. To lose Austria's central involvement would be a calamity.


Sincerely
Peter Goddard (Director), Stephen Adler, Nima Arkani-Hamed, Juan Maldacena, Nathan Seiberg, Edward Witten
(Professors in the School of Natural Sciences),
Institute for Advanced Study, Einstein Drive, Princeton, NJ 08540, USA


Prof. Dr. Herbert Pietschmann

(Emeritus am Institut für theoretische Physik der Universität Wien)

Auszug aus dem offenen Brief an Bundeminister Dr. Johannes Hahn:

"Ein Austritt aus dem CERN aus rein finanziellen Gründen könnte von derinternationalen Gemeinschaft der Physikerinnen und Physiker nur so verstanden werden, dass sich Österreich aus dem Kreis der Länder, die an Grundlagenforschung interessiert sind,verabschiedet. [...] Soll sich Österreich ? als einziges Industrieland Europas ? wirklich aus diesem Konzert verabschieden und sich damit auch aus dem Kreis der Länder ausklinken, deren Universitäten und Forschungseinrichtungen bei allen fundamentalen Fragen mitwirken und dadurch auchfür Studentinnen und Studenten attraktiv bleiben?Erlauben Sie, sehr geehrter Herr Bundesminister, dass ich mit größter Intensität an Sie appelliere, diesen historischen Irrtum rückgängig zu machen und den Schaden, der schon durch Ihre Ankündigung entstanden ist, damit möglichst zu beschränken."

Vollständiger offener Brief an den Bundesminister für Wissenschaft und Forschung Dr. Johannes Hahn


Prof. Dr. Walter Thirring

(Emeritus an der Universität Wien)

Das ist eine Katastrophe, CERN ist ein Sinnbild dafür, dass Europa alle anderen Länder überflügeln kann, wenn es zusammenhält...(7.5.09)

 [...] der LHC ist ein einmaliges Geschenk an die Menschheit, das die gegenwärtige Weltsituation ermöglichte. So einen Glücksfall gilt es, maximal zu nutzen, und nicht zu stören, bevor dieses Fenster zum Urgrund der Materie entschwindet.

(Auszug aus dem Artikel Oesterreich_und_CERN.pdf


James Michael Stergiopoulos

Not long ago (in mid March), I had the fortunate opportunity to visit CERN in Geneva and to see the Large Hadron Collider. It was an experience beyond description --- the people in my group, many of which were of PhD in Physics calibre, and I were all awed with emotion. And I was enormously impressed with the incredible work which is being done there which is intended to lead to discoveries about the nature of matter and just what happened in the first 10-10 second after the "Big Bang". [I learned that, largely because of work at CERN and a few similar laboratories, everything that happened after 10-10 seconds is known with a high degree of certainty. This is amazing!]

Having just returned home after a trip abroad, I was shocked to learn from friends that Johannes Hahn, the Austrian Federal Minister for Science and Research, has announced that he wants to discontinue Austria's membership in CERN.

CERN, which is located in Geneva and the initials of which stand for "The European Organisation for Nuclear Research" in French, was established in 1954 and has twenty European member states, including Austria, which joined in 1959. In addition there are eight international organisations (these include the USA and UNESCO) which have observer status; and 35 non-member states which have co-operation agreements. Altogether there are 2,600 full-time employees and close to 8,000 scientists and engineers representing 580 universities and research facilities and 80 nationalities. It is a major undertaking which has brought together men and women of all ages and nationalities, all driven by their work to make discoveries which we can only vaguely comprehend.

Significant achievements have included, among many others: (1) the discovery of W and Z bosons; and (2) the first creation of anti-hydrogen atoms. Two Nobel Prizes have been awarded for discoveries at CERN, and the main (but not only) effort now is to detect the Higgs boson, which was theorised in 1964 by three scientists, including Peter Higgs, for whom the as yet undetected particle has been named. Mr Higgs was only 35 years old when he developed his theory. He is still living (80 years old); and when the Higgs boson is actually detected, it will surely result in a Nobel Prize for him, 45+ years after his theoretical work.

You could say, "So what!" Well, one can never predict what benefit might come to mankind from such work. One can only say that the entire development of mankind has been marked by investigations which did not have any specific benefits at the time.

If Austria's membership is discontinued, I can only think of it as a "historic wrong decision" (to quote Prof Dr. Herbert Pietschmann, one of Austria's leading scientists).

CERN is research in elementary particle physics and cosmology. CERN is a brilliant example of excellence by European cooperation. CERN is the vision of our young scientists.

 Vice President, Plastics Machinery Europe
           Milacron Inc
           Cincinnati, Ohio, USA

(posting auf www.hephy.at am 16. Mai 2009)


Univ.-Profs. R. Blatt, H. Briegel, R. Grimm, A. Zeilinger, P. Zoller

(Institut für Quantenoptik und Quanteninformation IQOQI, Innsbruck and Vienna)

Stellungnahme zum geplanten CERN Ausstieg

Die Wissenschaftlichen Direktoren des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) bedauern, dass die österreichische Bundesregierung angesichts der Krise nicht den Weg wählt, das Budget für die Wissenschaft kräftig zu erhöhen, wie es etwa die Obama Regierung in den USA vorzeigt.
Wir fordern daher die Bundesregierung auf, die notwendigen Mittel bereitzustellen, damit die internationalen Beteiligungen Österreichs in der heute notwendigen Weise ausgeweitet werden können.
Auf jeden Fall muss sichergestellt werden, dass

    • die laufenden österreichischen experimentellen Beteiligungen voll weiterlaufen können;
    • betroffenen jungen Mitarbeiter(inne)n, insbesondere Doktorand(inn)en und Postdocs, durch österreichische Finanzierungen ihre Weiterarbeit ermöglicht wird;
    • für einen späteren Zeitpunkt, wenn sich die Wirtschaft erholt haben wird und die finanzielle Situation besser ist, die Tore nicht endgültig geschlossen werden.

R. Blatt, H. Briegel, R. Grimm, A. Zeilinger, P. Zoller


Prof. Dr. Meinhard Regler

Ich moechte hier im Internet meine Freude zum Ausdruck bringen, wieviele junge Wissenschafter und Wissenschafterinnen die oesterreichische CERN-Mitgliedschaft verteidigen.
Ich selbst habe mich in einem persoenlichen Brief an die Minister Hahn und Spindelegger gewandt.

 

 

 

 


Prof.Dr.E.Wolfram Kittel

Sehr geehrter Herr Minister!

Der wissenschaftliche Schaden eines CERN Austrittes für Österreich steht außer Zweifel und wurde bereits von vielen Kollegen erwähnt. Auch auf die garantiert eintretenden Schäden für die Österreichische Industrie wurde mehrfach hingewiesen.

Als Österreicher möchte ich darum hier nur einen weiteren wirtschaftlichen Schaden für Österreich anführen: zur Zeit steht Österreichs Kreditwürdigkeit schwer unter Druck. Dass dieser Druck nur auf einen Rechenfehler zurückzuführen ist, wird im Ausland kaum bemerkt. Ein Austreten aus einer florierenden internationalen Organisation aus finanziellen Gründen ist genau das Wasser auf die Mühlen derer, die eine Verringerung der österreichischen Kreditwürdigkeit propagieren.
Die dadurch entstehenden finanziellen Verluste für Österreich würden eine etwaige Einsparung durch einen CERN Austritt bei weitem übersteigen.

       In der Hoffnung auf ein Überdenken dieses Beschlusses,

                              Prof.Dr.E.Wolfram Kittel
                              Radboud Universität Nijmegen
                              Niederlande


Prof. Dr. Wilfried Buchmüller

(DESY Hamburg)

"Östereichische Physiker haben viele bedeutende Beiträge auf den Gebieten Teilchenphysik und Kosmologie geleistet. Ein Rückzug Österreichs von diesen Forschungsgebieten wäre eine Tragödie für die Wissenschaft - in Europa und wohl auch in Östereich!
Ich gehe davon aus, dass Herr Minister Hahn bei genauerer Betrachtung seine Entscheidung korrigiert!" (11. Mai 2009)

 


Der österreichische Wissenschaftsminister Dr. Johannes Hahn beendet völlig überraschend Österreichs Mitgliedschaft im Forschungszentrum CERN. CERN ist das Flaggschiff der europäischen Forschung und auf dem Gebiet der Teilchenforschung die Nummer Eins auf der Welt. Österreich war am CERN fast 50 Jahre Mitglied und ist nach Jugoslawien, das wegen seiner Auflösung nicht mehr dabei ist, das erste Land, das aus dem CERN austreten will. Nachfolge-Staaten wie Slowenien sind aber längst wieder Mitglied. Albanien bemüht sich gerade um eine Mitgliedschaft und würde damit Österreich hinter sich lassen. Trotzdem sagt das österreichische Wissenschaftsministerium:
No, we can't!


Prof. Dr. Heinz Oberhummer

("Science Buster" und Wissenschaftsautor des Jahres, ehemals Atominstitut der Österreichischen Universitäten, TU Wien)

"Der CERN-Austritt ist eine große Dummheit [...] Der Mitgliedsbeitrag  ist ungefähr das, was die österreichischen Bundesbahnen an drei Tagen an Verlust einfahren [...] Diese Entscheidung ist mir ein Rätsel, es wurde weder ein Wissenschaftler konsultiert, keine Experten, CERN hat davon nichts gewusst, das ist eine einsame Entscheidung des Ministeriums"

Als MP3 anhören

(Zitat aus der Sendung "Trost & Rat mit Willi Resetarits" auf Radio Wien vom 10. Mai 2009) 

Ein ausführlicherer Kommentar von Prof. Oberhummer ist auf der Webseite von sciencebuster.at zu lesen: No, we can't!


Prof. Dr. Adalbert Prechtl

(Vizerektor für die Lehre, TU Wien)

"Die enge Zusammenarbeit mit CERN hat auch wertvolle Impulse für Forschungen in technischen Bereichen wie der Instrumentierung, der schnellen Signalverarbeitung oder der Technischen Elektrodynamik mit sich gebracht. Zahlreiche wichtige Arbeiten sind in diesem Umfeld entstanden. Ein Rückzug aus dieser vorbildlichen Elite-Institution ist gerade zum jetzigen Zeitpunkt grundsätzlich falsch, die dafür vorgebrachten Argumente sind vordergründig und typisch für kurzsichtigen politischen Aktionismus." (11. Mai 2009)

 


Prof. Dr. Walter Kutschera

(Universität Wien)

"Kann man das wirklich glauben? In dem Theaterstück "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt kommt der Satz vor: "Wer dem Absurden begegnet, setzt sich der Wirklichkeit aus." Es scheint fast so, dass Dürrenmatt wieder einmal recht hatte. Zusätzlich zu der Absurdität der Entscheidung, gerade jetzt aus der CERN-Mitgliedschaft auszusteigen, fühle ich mich als österreichischer Wissenschaftler, der fast 30 Jahre im Ausland forschen konnte, beschämt. Beim LHC hat sich kurz nach der erfolgreichen Eröffnung ein technischen Problem ergeben, das mit äußerstem Einsatz repariert wird, um diesen einmaligen Beschleuniger den Tausenden von Teilchenphysikern aus der ganzen Welt zur Verfügung zu stellen. In dieser heiklen Situation kündigt Österreich seinen Ausstieg an. Ich schäme mich für Österreich und will es einfach nicht glauben. " (11. Mai 2009)

 


Prof. Dr. Terry Wyatt

(Universität Manchester, UK)

Als Vorsitzender des "LHC Experiments Committee" (LHCC) lese ich mit grosser Sorge die Nachrichten, dass Oesterreich seine seit 50 Jahren bestehende Mitgliedschaft beim CERN beenden will.
Ich habe seit 1984 (UA1 Experiment) mit oesterreichischen Physikern gearbeitet. Es ist kaum zu denken, dass diese lange Geschichte so schlecht enden wird.

 

 


Dr. Michael Scherz

(Wirtschaftskammer Österreich, AWO- Internationale Technologiekooperationen)

Was für eine Fehlentscheidung! Die größte Fehlentscheidung der österr. Wissenschaftspolitik. Diese Entscheidung gefährdet massiv auch die Interessen einer nicht geringen Anzahl österr. Unternehmen. Und nebenbei wird der Ruf Österreichs als verlässlicher Partner mit Füßen getreten!

(posting auf hephy.at am 17. Mai 2009, Authentizität überprüft)

 


Dr. Frank Hartmann

(Institut für experimentelle Kernphysik, Karlsruhe)

Seit nunmehr 10 Jahren arbeite ich schon mit vielen erstklassigen Mitarbeitern des HEPHY zusammen und kann nur sagen, dass ihre einzigartigen Leistungen viele Bereiche des weltgrößten Siliziumspurendetektors geprägt haben. Design, Bau und Organisation; immer standen österreichische Forscher in erster Reihe. Wissenschaftler, Techniker und Studenten standen zu jedem Zeitpunkt der Inbetriebnahme für höchste Qualität und absolute Verlässlichkeit. Ich denke Herr Hahn unterschätzt das Renommee seiner Landsleute gewaltig.

(posting auf hephy.at am 12. Mai 2009)

 


William A. Coolidge Professor of Physics John Negele

(Center for Theoretical Physics, M.I.T.)

Our former MIT colleague, Victor Weisskopf, born just over 100 years ago in Vienna, was a giant of nuclear and particle physics and of international science. For the generations of scientists and non scientists alike who knew and admired him, he represented all the best in Austrian science and culture. He was deeply committed to international collaboration in science, and his leadership as Director General of CERN from 1961-1966 was a major contribution to its success. This is a sad step backwards for international science, a sad demise for Austria's stature in the scientific community, and a sad disservice to the legacy of one of Austria's greatest scientists in his centenary year.

 


Univ. Doz. Dipl. Ing. Dr. Manfred Krammer

(Stellvertretender Direktor des Instituts fürHochenergiephysik,
Österreichischer Vertreter im "Restricted European Committee for Future Accelerators" (RECFA)

In diesem Brief möchte ich die anderen Seiten des CERN beleuchten. Die Bedeutung des CERN geht weit über die rein wissenschaftlichen Arbeiten hinaus. Der CERN ist ein beispielloses Technologie und Innovationszentrum.

 


Prof. Dr. Helmut Rauch

(Emeritus an der Technischen Universität Wien)

"Die Gerüchte verdichten sich, eine unabsehbare Blamage Österreichs steht bevor und das in einer Periode zunehmender Bedeutung von Forschung. Es geht um das Gerücht, dass Österreich von CERN, dem wohl bekanntesten Forschungszentrum der Welt, auszutreten gedenkt. Hier können wir als Österreicher und Europäer stolz sein dabei mitzumischen; so stammen unter anderem bereits zwei CERN Generaldirektoren aus Österreich und zahlreiche österreichische Wissenschafter und Studenten arbeiten am CERN. Mit der Inbetriebnahme des Large Hadron Colliders (wegen eines Defektes etwas verzögert) sind noch heuer bahnbrechende neue Erkenntnisse über die Struktur der Materie zu erwarten und da wollen wir CERN verlassen? Das wäre eine Blamage ersten Ranges und würde das Ansehen unseres Landes mehr schädigen als es etwa die Schließung der Wiener Staatsoper tun würde. Gugging statt CERN wäre wohl der größte Schildbürgerstreich und ein großer Schritt in Richtung Provinzialität. (...)"


(Posting auf www.georgholzer.at/blog/2009/05/07/osterreich-verlasst-das-cern/)


Prof. Dr. Miguel-Angel Sanchis-Lozano

(IFIC - University of Valencia)

"Spain left CERN in 1968 during Franco's regime, to return in 1983 once democracy was recovered. Too many years lost for Spanish science.
Fundamental science is something more than an entertainment for scientists; it is a people's right which should ensure in the future wealth and social progress in all aspects: technological, economical, social and political in the broad sense of the word.
As Spanish representative to the European Particle Physics Outreach Group, I would consider the exit of Austria from CERN as a big big error in all the aspects outlined before."

(posting auf hephy.at, 11. Mai 2009) 


Prof. Dr. Christoph Koch

(Cornell University, Ithaca, NY, USA - Associate Professor, Computer Science)

"I deeply regret the decision of Austria to effectively leave CERN and hope that it will be reversed before more harm is done. Most of what I would like to say has been said before in this forum, so I will only add that CERN has helped start research careers in many areas, not just in those that CERN is best known for. I am an example of this; I did my PhD as a computer scientist in the Austrian Doctoral Student Program at CERN, and looking back it has been a good start into my career. CERN is a unique place; it is a sad prospect that it will be close to impossible for other Austrian students to have the wonderful experiences I had at CERN."

(posting auf hephy.at, 11. Mai 2009) 


Prof. Dr. Anton Rebhan

(Institut für Theoretische Physik, TU Wien)

"Um den jährlichen CERN-Beitrag von 16 Millionen Euro einsparen zu können, will man just zu dem Zeitpunkt, wo es daran geht, die Ernte von jahrzehntelangen Vorbereitungen einzufahren, und zur Feier des 50jährigen Jubiläums des Beitritts Österreichs zum CERN austreten, mit der expliziten Erwartung, dass Österreichs Forscher auch so noch irgendwie mitmachen werden können. Und das nachdem es Österreich möglich war, überproportional viele Forscher, Studenten und Stipendiaten am CERN unterzubringen. Wie BM Hahn in einer Presseaussendung erst letztes Jahr stolz verkündet hatte, an 2. Stelle aller Mitgliedsstaaten...! (...) CERN hat im übrigen nicht nur auf dem Gebiet der Spitzenforschung eine singuläre Rolle, von der Österreich für eigene Forschung and Ausbildung von Wissenschaftlern wie Technikern profitieren konnte. CERN arbeitet auch dem MedAustron in Niederösterreich zu.
Aber viel bedeutender ist natürlich, dass Österreich sich hier wirklich von der vordersten Front der Grundlagenforschung zum denkbar dümmsten Zeitpunkt abwenden will und damit eine Erfolgsstory (für Österreichs beteiligte Studenten, Forscher und Techniker) mutwillig und kurzsichtig abbricht." (7.5.09) 


Mag. DI Dr. Rudolf Ziegelbecker

(Lehrer in Graz, Preisträger 2003 des EIROFORUMs, mehrfacher Science-on-Stage Gewinner mit Schulprojekten)

Das CERN lieferte nicht nur uns allen das heutige Internet, sondern liefert noch immer einen wichtigen Beitrag dazu, dass österreichische Schüler Interesse für Naturwissenschaft entwickeln, liefert Unterrichtsmaterialien, trägt zur Fortbildung von Lehrern bei und ist nicht nur Motor für die Weiterentwicklung der Wissenschaft, sondern mit "Science on Stage" auch des naturwissenschaftlichen Unterrichts in Österreich. Ein Austritt wäre ein starkes Signal an unsere Jugend, noch mehr Desinteresse an heutiger Naturwissenschaft zu zeigen und damit bestimmten Entscheidungsträgern "würdig" nachzufolgen. Der Fehler liegt aber möglicherweise "nur" im Geldmangel durch das verantwortungslose gegenseitige Hochlizitieren der Parteien bezüglich Wahlgeschenken an ihre Wählergruppe.