
25 Jahre nach den Ereignissen in der Stopfenreuther Au siegt wieder der "zivile Ungehorsam" in Österreich. Auch dieses Mal ging es um die Natur - allerdings um die Naturwissenschaft. Anders als damals wurde die Konfrontation aber nicht in der Au von engagierten Umweltschützern, sondern von weltweit vernetzten Wissenschaftlern vorangetragen. 2009 gab es keine Besetzung und auch keine Handschellen - das Ergebnis war trotzdem das selbe...
Josef Pröll am Dienstag: "Geld wird wo anders aufzustellen sein"
Für CERN-Generaldirektor Rolf Heuer war es die "richtige Entscheidung", weiterhin Mitglied des CERN zu bleiben
Schluss mit lustig lächeln: Werner Faymann hat zum ersten Mal so agiert, wie man es von einem Bundeskanzler erwarten darf. Er hat sich informiert, den Konflikt nicht gescheut und dann unmissverständlich entschieden: Österreich verbleibt im internationalen CERN-Forschungsprojekt. Ende der Debatte.
Österreich wird das EU-Ziel verfehlen, die Forschungsquote bis 2010 auf drei Prozent zu steigern. Daran kann ein Verbleib im CERN-Projekt nichts mehr ändern.
Über das Zukunftsweisende der nunmehr für beendet erklärten Cern-Debatte und ein wenig Nachhilfe für den Wissenschaftsminister in Sachen Physik - von Gerhard Ecker
Österreich ist seit 50 Jahren CERN-Mitglied ? und es gibt auch gute Gründe, das beizubehalten. Dagegen der wichtigste Beweggrund für einen möglichen Ausstieg bei CERN ist finanzieller Natur.
Der Ausstieg findet doch nicht statt - der Physiker Christian Fabjan nahm das in einer ersten Reaktion als Auftrag an sein Fach
Kommentar von Thomas Kramar
"Der gescheiterte Versuch des Wissenschaftsministers, aus CERN auszusteigen: ein Lehrbeispiel dafür, wie man Politik nicht macht."
"Erfreut und erleichtert reagierte Christian Fabjan, Direktor des Instituts für Hochenergiephysik (HEPHY) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), auf die Nachricht vom Verbleib Österreichs beim Europäischen Kernforschungszentrum (CERN). 'Das ist ein Gewinn für die Teilchenphysik in Österreich, aber auch für die Wissenschaft als Ganzes', so der Wissenschafter am Montagnachmittag..."
Bei einem Treffen mit dem von einer Beendigung der Zusammenarbeit mit dem europäischen Kernforschungszentrum CERN überzeugten Wissenschaftsminister Hahn (ÖVP) stellte Faymann am Montag klar, dass es zu keinem Ausstieg kommen werde.
Keine Zustimmung der SPÖ zu Hahns Vorhaben - Bundeskanzler argumentiert mit der Reputation Österreichs und erklärt Diskussion für beendet
Nach tagelangen Streitigkeiten hat der Bundeskanzlers den Vorstoß von Wissenschaftsminister Hahn abgelehnt. Österreich bleibt Mitglied des CERN.
Weiterhin Unverständnis unter Wissenschaftlern
Arbeiten am CERN "möglicherweise größer als die Weltraumfahrt" und eine Kulturleistung an sich
Ohne Grundlagenforschung gäbe es heutzutage kein WWW oder keine Handys. Der CERN-Ausstieg würde Österreichs Wissenschaft verarmen lassen. Für Nachwuchs-Forscher verschwinden jetzt Möglichkeiten.
Treffen mit dem Bundeskanzler und Unterrichtsministerin Schmied am Nachmittag
Die Entscheidung, aus dem europäischen Kernforschungszentrum CERN auszusteigen, sei "nicht über Nacht entstanden", sondern Ergebnis mehrwöchiger Analysen und Recherchen, betonte Wissenschaftsministerin Johannes Hahn (ÖVP) heute vor seinem Treffen mit Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), in dem er diesen über sein Vorhaben informieren will.
Österreichs Physiker warnen vor dem Austritt aus der Großforschungseinrichtung CERN. Der heimischen Wissenschaft entstünde dadurch großer Schaden, meinten sie bei einer Pressekonferenz in der Akademie der Wissenschaften.
Mehr als 30.000 Unterschriften haben Österreichs Phyiker in aller Welt für ihre Forderung gesammelt, Österreich möge Mitglied im CERN bleiben. Darunter befinden sich auch mehrere Nobelpreisträger, die den drohenden Ausstieg gleich auf mehreren Ebenen als katastrophal empfinden.
Nicht verhallen will die Kritik am Ausstieg Österreichs aus der Europäischen Organisation für Kernforschung CERN. Am Montag haben verschiedene Wissenschaftler und Forscher in Wien nochmals ihre Argumente für eine CERN-Mitgliedschaft vorgetragen ? abgesehen vom möglichen Schaden im Ausland.
Mit Spannung wird das Treffen am Montag zwischen Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) erwartet: Es geht um den geplanten Austritt Österreichs beim Kernforschungszentrum CERN.
Auch Elite Uni Chef fürchtet Nachteile
In der Debatte um den Ausstieg Österreichs aus dem CERN-Projekt nimmt Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) Stellung. Er spricht davon, dass man sich eine Blamage ersparen müsste, aber auch Initiativen in der Forschung setzen müsse.
Thomas Henzinger: Ausstieg wäre "nicht gerade hilfreich"
Cern-Ausstieg: Geht Österreich in der internationalen Forschungslandschaft unter?
Der Kanzler trifft am Montag Wissenschaftsminister Hahn zu einer Aussprache. Er ist "tendenziell gegen einen Ausstieg" aus dem Kernforschungszentrum. Fakultäten der TU protestieren gegen den von Hahn geplanten Austritt.
Laut Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) müsste das Forschungsbudget "neu gedacht" werden, wenn Österreich nicht aus dem europäischen Kernforschungszentrum CERN aussteigt.
Wissenschaftsminister Johannes Hahn will bei dem für Montag Nachmittag anberaumten Treffen mit Bundeskanzler Werner Faymann die Beweggründe für seinen Entschluss darlegen, aus dem Europäischen Kernforschungszentrum CERN auszusteigen. Gleichzeitig will Hahn "Fakten klarstellen", hieß es am Sonntag aus dem Wissenschaftsministerium. Sollte es die Zustimmung des Koalitionspartners aber nicht geben, müsste klar sein, "das weite Teile des Forschungsbudgets neu gedacht werden müssen".
Österreich muss seine politische Struktur überdenken, wenn es seine Zukunft sichern will. Mit Verdrängung, Aktionismus, Poltern und mediokren Eliten werden wir nicht weit kommen.
Minister Hahn trotzt Niederösterreichs Landeschef Erwin Pröll, ÖVP-Obmann Josef Pröll in der Klemme: Brisanz um das Forschungszentrum CERN. Das letzte Wort zum Ausstieg wird auch am Montag mit dem Kanzler nicht gesprochen.
Wissenschaftsminister Hahn hält trotz der wachsenden Kritik an seinem Plan fest, aus dem Europäischen Kernforschungszentrum CERN auszusteigen. "Der Beschluss war reiflich überlegt, ich habe keine Veranlassung an dieser Entscheidung etwas zu verändern", sagte Hahn am Samstag im ORF-Mittagsjournal. Er habe dabei auch die Rückendeckung von ÖVP-Bundesparteiobmann Pröll.
Der Beschluss die Mitarbeit Österreichs beim Kernforschungsprojekt CERN zu beenden sei reiflich überlegt, sagt Wissenschaftsminister Hahn (ÖVP). Er habe keine Veranlassung an dieser Entscheidung etwas zu verändern.
Kanzler Werner Faymann hat keine Freude mit dem geplanten Ausstieg aus dem Europäischen Kernforschungszentrum CERN. Wissenschaftsminister Hahn weht deswegen auch ein immer stärkerer Wind entgegen.
Am Montag wird Bundeskanzler Werner Faymann von der SPÖ Wissenschaftsminister Johannes Hahn von der ÖVP zu einem Gespräch über den geplanten CERN-Ausstieg treffen. Mit dabei wird auch Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) sein.
Der Kanzler trifft am Montag Wissenschaftsminister Hahn zu einer Aussprache. Er ist "tendenziell gegen einen Ausstieg" aus dem Kernforschungszentrum. Fakultäten der TU protestieren gegen den von Hahn geplanten Austritt.
"...Seitens des vom Ausstieg am meisten betroffenen Instituts für Hochenergiephysik (HEPHY) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) befürchtet man laut einer Aussendung am Dienstag eine Schwächung von Österreichs Reputation als zuverlässiger Partner in weltweiten Projekten. Abgesehen von schwerwiegenden Folgen für die heimische Wissenschaft und für die am CERN engagierten österreichischen Firmen schade der CERN-Austritt auch dem Status Österreichs als 'wissenschaftliche Kulturnation'. Man 'wäre nicht mehr beteiligt, Antworten auf so wesentliche Fragen wie die nach dem Aufbau und dem Zusammenhalt der Materie oder nach dem Ursprung und der Entwicklung des Universums zu finden', so Christian Fabian, Direktor des HEPHY..."
Gastkommentar von Ernst Smole, Direktor der J.Brahms Musikschule Mürzzuschlag
"Wir wissen nicht, was das Ganze soll, aber Hauptsache ist, wir sind dabei."
Niederösterreichs Landeshauptmann hat sich in den Streit um Minister Hahns Entscheidung eingeschaltet. Der Ausstieg mache Österreich zu einem forschungstechnischen Entwicklungsland. Hahn weist die Kritik als zu emotional zurück.
Johannes Hahn: Österreich ist gegenüber neuen Entwicklungen in der Forschungsinfrastruktur aufgeschlossen
"Beendigung der österreichischen CERN-Mitgliedschaft notwendig und sinnvoll"
Heftige Reaktion von Landeshauptmann Erwin Pröll "nachvollziehbar" - Gespräch mit CERN laufen
Gefährdung von MedAustron hieße "unglaublichen Konflikt mit Bundesland und mir"
Landeshauptmann Erwin Pröll (V) hat am Freitag scharfe Kritik an Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V) geübt, der vergangene Woche angekündigt hatte, dass Österreich aus dem Forschungsprojekt CERN aussteigen werde.
Niederösterreichs Landeshauptmann fordert von der Regierung "Leadership"
Wissenschaftsminister Johannes Hahn reagiert mit Unverständnis auf die Kritik seines Parteifreundes Erwin Pröll, der Cern-Ausstieg sei eine "internationale Blamage". Diese könne er nicht erkennen, er ortet als Grund für die Angriffe eine "spezielle niederösterreichische Interessenslage". Wieso für E-Voting Geld da ist, welche Zusammenarbeit er sich mit Cern in Zukunft vorstellen kann und was mit den Wissenschaftern passiert, die durch den Ausstieg ihren Job verlieren, darüber sprach Hahn im derStandard.at-Chat.
Zusätzlich zum drohenden Finanzierungsengpass im Bereich Forschung und Bildung sieht der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) weiteres Ungemach auf die heimische Forschungslandschaft zukommen. Der zuständigen Politik fehle ein klares Konzept, kritisiert RFT-Chef Knut Consemüller. Sein Befund: "Österreich steckt überdurchschnittlich viele Ressourcen in Forschung, Technologie und Innovation - und generiert damit im Vergleich nur einen unterdurchschnittlichen Output."
Eine "Katastrophe" sei der angekündigte Ausstieg Österreichs aus dem Kernforschungszentrum CERN, protestierte die Wissenschaft gegen die Entscheidung von Wissenschaftsminister Hahn (ÖVP). Auch Infrastrukturministerin Bures (SPÖ) reagierte distanziert.
Die Ankündigung, die Beteiligung Österreichs am Forschungszentrum CERN zu beenden, sorgt für kritische Töne aus Genf. Der Ausstieg würde auch das MedAustron-Projekt gefährden, heißt es. Minister Johannes Hahn (ÖVP) entgegnet, MedAustron sei nicht gefährdet.
Start des Zentrums "MedAustron" durch Ausstieg gefährdet.
Schon über 16.000 Unterschriften für Petition der Physiker.
(Anm. von hephy.at: Die Zahl der Unterschriften ist ein wenig veraltet ... :) )
Cern-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer und MedAustron-Chef Martin Schima über die Austrittspläne Österreichs
Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) ortet Konzeptlosigkeit in der österreichischen Forschungspolitik. Als Beispiel nannten Ratsmitglieder den geplanten Austritt Österreichs aus dem Europäischen Kernforschungszentrums CERN. Ein solcher könne selbstverständlich überlegt werden, dennoch ist der Rat gegen eine derartige Einzelaktionen. Es brauche "nach einer fundierten Diskussion" mittel- bis langfristige Konzepte, so RFT-Chef Knut Consemüller am Donnerstag bei der Präsentation des vom Rat entwickelten Entwurfs einer neuen Forschungsstrategie für Österreich.
Ö1 Inforadio Do, 14.05.2009: Vom Vorsitzenden des österreichischen Forschungsrats, Knut Consemüller, kommt angesichts der tristen Lage im Forschungsbereich ein flammender Appell, Geld in Bildung und Forschung zu investieren. Heute Vormittag präsentiert der Forschungsrat seine Schwerpunkte für die kommenden 10 Jahre.
Österreichs Ausstieg wirft eine präzisere Behandlung von Krebspatienten zurück. Auch die Jobs von 185 Österreichern sind in Gefahr. Sogar ganze Unternehmen könnten darunter leiden.
Kernforschungszentrum. Kritik und Appelle an Wissenschaftsminister Johannes Hahn häufen sich.
Der Leiter des Kernforschungs-Zentrums glaubt noch nicht an den Ausstieg Österreichs. Er kündigt aber an, dass es gegebenenfalls keine Jobs für Österreicher und keine Aufträge an heimische Firmen mehr geben wird.
Ein Ausstieg Österreichs aus dem Europäischen Kernforschungszentrums CERN würde die Verwirklichung des Therapie- und Forschungszentrums "MedAustron" in Wiener Neustadt (NÖ) gefährden.
Die österreichischen Mitarbeiter am Europäischen Kernforschungszentrum machen sich Sorgen um ihre Jobs.
Mehr als "nur" Wissenschaft.
Arbeitsverträge am CERN würden nur an Wissenschafter aus Mitgliedsländern vergeben, betonte auch CERN-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer. Zeitverträge würden für Österreicher nach einem Ausstieg sicher nicht verlängert. Auch Doktorate würden wohl kaum mehr am CERN für Österreicher möglich sein, sagte CERN-Forscher Martin Aleksa.
Nächste Runde im Streit um den Cern-Ausstieg Österreichs: Der Wissenschaftsminister schreibt den Kritikern einen offenen Brief - von Johannes Hahn
Österreich steigt beim Teilchenbeschleuniger aus: Wissenschafter sind entsetzt über die Kündigung der Cern-Mitgliedschaft. Was bleibt, sind offene Briefe an Johannes Hahn, Sarkasmus, ein wenig Zustimmung - Von Olga Flor
Infrastrukturministerin Bures: Man sollte grundsätzlich überprüfen, "ob man nicht die Reputation Österreichs insgeamt auf's Spiel setzt".
Distanziert zeigt sich Infrastrukturministerin Bures gegenüber den Plänen von Wissenschaftsminister Hahn, aus dem Europäischen Kernforschungszentrum CERN auszusteigen. Man sollte grundsätzlich immer überprüfen, "ob man nicht mit dem Ausstieg aus so renommierten internationalen Forschungsprojekten die Reputation Österreichs insgesamt auf's Spiel setzt", sagte Bures im Gespräch mit der APA.
Mitgliedschaften in internationalen wissenschaftlichen Organisationen wie dem Europäischen Kernforschungszentrum CERN sind für Wissenschaftsminister Johannes Hahn keine "Zwangsehen". Sie würden sachlichen und politischen Überlegungen unterliegen, die jedes Land für sich selbst anstellen müsse, schreibt Hahn in einem am Mittwoch veröffentlichten Offenen Brief.
In einem offenen Brief begründet der Wissenschaftsminister seine Entscheidung, Österreichs Engagement beim CERN nach mehr als 50 Jahren zu beenden. Die Petition gegen den Austritt wächst immer stärker.
Blog der Mathmatik Fakultät der Columbia University: "... Last Thursday the Austrian government announced their intention to withdraw from membership in CERN, effective late 2010 ... If the decision is not overturned, CERN will be in a very uncomfortable position with respect to collaboration with Austrian physicists. While cutting off contacts goes against all traditions of the field, continuing them would encourage other states to follow Austria's example."
Der Widerstand gegen den Ausstieg Österreichs aus dem Europäischen Kernforschungszentrum CERN formiert sich. Von der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft wurde unter der Internetadresse: eine Plattform ins Leben gerufen, auf der auch Nobelpreisträger den Ausstieg kritisieren.
"SOS": Unter diesem griffigen Akronym für "Save Our Science" formieren sich österreichische Physiker - über den Fachausschuss Kern- und Teilchenphysik - gegen das von Wissenschaftsminister Johannes Hahn verkündete Vorhaben, die Mitgliedschaft Österreichs beim Europäischen Forschungszentrum CERN in Genf zu kündigen. [...]
[...] Hahn hatte vergangene Woche den Austritt aus dem CERN mit Ende des Jahres 2010 verkündet. Die damit eingesparten Beiträge Österreichs zum CERN in Höhe von rund 20 Mio. Euro pro Jahr sollen u.a. für das Budget des Wissenschaftsfonds FWF und Beteiligungen an anderen geplanten internationalen Forschungseinrichtungen genutzt werden.
Diese Beweggründe erläuterte Hahn in dem Gespräch, an dem auch die CERN-"Außenministerin", die aus Österreich stammende Physikerin Felicitas Pauss, teilnahm. Ziel der nun folgenden Gespräche auf Expertenebene sei es, "die legitimen Interessen seitens Österreichs, aber auch seitens des CERN zu wahren", heißt es aus dem Wissenschaftsministerium. [...]




