MENU

Neuste Resultate vom Large Hadron Collider in Wien

Am 1. und 2. Dezember 2016 findet in Wien das zwölfte “Vienna Central European Seminar” (VCES) über Teilchenphysik und Quantenfeldtheorie statt. Die Vorträge sind im Naturhistorischen Museum Wien, wo noch bis 1. Mai 2017 die thematisch passende Sonderausstellung “Wie alles begann. Von Galaxien, Quarks und Kollisionen” gezeigt wird. Am Abend des ersten Tages, gibt es zudem einen öffentlichen Abendvortrag in englischer Sprache des US-amerikanischen theoretischen Physikers Marc Kamionkowski, mit dem Titel “Cosmic ripples from black holes and the big bang”.

Das VCES gibt es in Wien seit dem Jahr 2004 und ist Nachfolger der Konferenzreihe "Vienna Triangle Seminar", bei dem sich über 35 Jahre lang Wissenschaftler aus Bratislava, Budapest und Wien ausgetauscht haben. Die Veranstaltung soll Nachwuchswissenschaftlern als Ausgangspunkt für wissenschaftliche Kooperationen, Konferenzen und Postgraduiertenkursen in Zentraleuropa dienen.

Thematisch steht VCES dieses Jahr unter dem Motto "Physik am Large Hadron Collider - Run 2". Nach zwei Jahren intensiver Arbeit, wurde im Jahr 2015 der Large Hadron Collider (LHC) am europäischen Forschungslabor CERN nahe Genf mit beinahe verdoppelter Kollisionsenergie wieder in Betrieb genommen. Allein im Jahr 2016 wurden damit mehr Daten gesammelt, als in alle vorherigen Betriebsjahren zusammen. Im Jahr 2012 wurde mit dem LHC erstmals das Higgs-Boson nachgewiesen und damit alle Bausteine der Standardmodells der Teilchenphysik experimentell bestätigt. In der zweiten Betriebsphase geht es nun darum, das Higgs-Boson genauer zu vermessen und neue Phänomene zu entdecken, die jenseits der bekannten Standardmodell-Theorie liegen. Im Rahmen der VCES-Konferenz werden erste Resultate aus der neuen Betriebsphase des LHC gezeigt und die Ergebnisse von Seiten der theoretischen Physik beleuchtet und ausgiebig diskutiert.

Am Abend des ersten Tages, gibt es zudem einen öffentlichen Abendvortrag in englischer Sprache des US-amerikanischen theoretischen Physikers Marc Kamionkowski, mit dem Titel "Cosmic ripples from black holes and the big bang". In seinem Vortrag wird Prof. Kamionkowski über die erstmals im Herbst 2015 entdeckten Gravitationswellen sprechen, die aus der Kollision zweiter schwarzer Löcher entstanden sind. Zudem wird er den Zusammenhang zwischen Schwarzen Löchern und Dunkler Materie beleuchten und wie man Gravitationswellen aus dem Urknall nachweisen könnte. Der Eintritt ist frei und Teil des Rahmenprogramms der Ausstellung im Naturhistorischen Museums.

Das VCES wird gemeinsam von der Universität Wien, der Technischen Universität Wien und dem Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) organisiert, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert. Organisiert wird das Seminar im Rahmen vom FWF-Doktoratskolleg "Particles und Interactions", dass gemeinsam von den drei oben genannten Instituten geleitet wird. Zudem wird die Veranstaltung vom Europäischen COST-Netzwerk unterstützt.

Weiterführende Informationen:

VCES 2016: https://indico.cern.ch/e/VCES2016

Öffentlicher Abendvortrag: https://indico.cern.ch/event/523588/images/11640-Public-Lecture.jpg

Ausstellung "wie alles begann. Von Galaxien, Quarks und Kollisionen" im NHM Wien: http://www.nhm-wien.ac.at/anfang