Die frühen Jahre

  • 1954: CERN, die Europäische Organisation für Kernforschung, wird offiziell von 12 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Der Name ist in zweifacher Hinsicht historischer Natur: Einerseits leitet er sich von der Bezeichnung des provisorischen Gründungskomitees, des Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire, ab. Andererseits ist der Begriff Kernforschung in Zusammenhang mit den tatsächlichen Arbeitsschwerpunkten ein historisches Relikt. Deshalb wird das CERN heute üblicherweise als Europäisches Forschungszentrum für Teilchenphysik bezeichnet.

  • 1955: Am 10. Juni erfolgte die Grundsteinlegung des CERN durch Felix Bloch, den ersten regulären Generaldirektor des CERN.

  • 1957: Der erste Teilchenbeschleuniger am Gelände des CERN, das Synchrozyklotron (SC), war mit einer Funktionsdauer von 33 Jahren gleichzeitig auch eines der langlebigsten Projekte.

  • 1959: Das Protonsynchrotron (PS) geht in Betrieb. Für kurze Zeit der energiereichste Teilchenbeschleuniger, ist das PS bis zum heutigen Tag in Betrieb, wenn auch nur mehr um den großen Beschleunigeranlagen Teilchen zu liefern. In diesem Jahr wird auch Österreich offizielles CERN-Mitglied.

  • 1971: Die erste Proton-Proton-Kollisionsmaschine der Welt, die Intersection Storage Rings (ISR), werden in Betrieb genommen. Mit einem Umfang von 300 Metern ist diese Maschine nach heutigen Gesichtspunkten zwar relativ klein, allerdings waren die damit verbundenen technologischen Herausforderungen richtungsweisend für die späteren Großprojekte.

  • 1972-1973: Der erstmalige Nachweis von Neutrinos in der Blasenkammer des Gargamelle-Experiments gelingt. Damit wird die bis dahin unbestätigte Theorie der sogenannten neutralen Ströme bestätigt, einer fundamentalen Aussage des Standardmodells.

Aufbruch zu neuen Dimensionen

  • 1976: Das Super Proton Synchrotron (SPS) wird in Betrieb genommen. Mit einem Umfang von 7 km war das SPS die erste der großen Kollisionsmaschinen des CERN.

  • 1979-1981: Das SPS wird umfunktioniert, um Proton-Antiproton-Kolilsionen zu erzeugen. Zwei Experimente, genannt UA1 und UA2, werden installiert, um Ausschau nach neuen physikalischen Erkenntnissen zu halten.

  • 1983: Die Entdeckung der W- und Z-Teilchen wird offiziell bekannt gegeben. Diese Teilchen sind unter anderem für den radioaktiven β-Zerfall und die Fusionsprozesse im Inneren der Sonne verantwortlich. Die Bedeutung dieses Fundes wird dadurch offenbar, dass Simon van der Meer und Carlo Rubbia, die treibenden Kräfte hinter den Experimenten, im darauf folgenden Jahr den Nobelpreis für Physik erhielten.

  • 1986: In diesem Jahr begann man am SPS mit der Kollision von sogenannten schweren Kernen, also Atomkernen bestehend aus vielen Protonen und Neutronen. Ziel war es, Zustände wie kurz nach dem Urknall herzustellen, als sich Quarks noch frei bewegen konnten und noch nicht zu Protonen und Neutronen gebunden waren. Der befriedigende Nachweis dieses als Quark-Gluon-Plasma bezeichneten Zustands der Materie ließ allerdings bis 2000 auf sich warten.

Die LEP Ära

  • 1989: Der Large Electron-Positron Collider (LEP) geht in Betrieb. Mit einem Umfang von 27 Kilometern ist dies die weltweit größte Elektron-Positron-Kollisionsmaschine die jemals gebaut wurde. Die Grabungsarbeiten für den dazugehörigen Tunnel waren Europas aufwendigstes Bauvorhaben vor dem Bau des Channel-Tunnels. LEP und die damit verbundenen Experimente (Aleph, Delphi, L3 und OPAL) waren dabei speziell für Hochpräzisionsmessungen des Standardmodells konzipiert. Zu den wichtigsten Erkenntnissen die man aus den LEP-Expermienten gewann, zählt dabei sicherlich, dass es nur 3 Generation an Leptonen und Quarks gibt.

  • 1990: Der erste WWW-Server der Geschichte geht ans Netz. Tim Berners-Lee, damals ein Mitarbeiter am CERN, fügte die bereits vorhandenen Konzepte  von URLs, http, html, TCP/IP sowie eine eigens von ihm entwickelte Browser- und Server-Software zusammen. Das World Wide Web war geboren.

  • 1993: Die ersten präzisen Messungen zur direkten CP-Verletzung, einem Mechanismus in der Natur, der zu einer Asymmetrie zwischen Materie und Antimaterie führt, werden im Rahmen des Experiment NA31 durchgeführt und veröffentlicht. Später werden diese Experimente von der NA48-Kollaboration erfolgreich fortgeführt.

  • 1995: Am CERN wird weltweit zum ersten Mal Anti-Wasserstoff, also ein Wasserstoffatom aus Antimaterie, synthetisiert.

  • 2. November 2000: LEP wird außer Betrieb genommen, um den existierenden Tunnel für die Installation des Large Hadron Colliders (LHC) vorzubereiten.