Die Wiener Belle-Gruppe

Belle ist ein internationales Experiment am japanischen Teilchenforschungszentrum KEK, das von 1999 bis 2010 Daten genommen hat. In diesem Zeitraum wurden 771 Millionen Elektron-Positron-Kollisionen aufgezeichnet, die zur Produktion eines B-Meson-Paares geführt haben. Diese Teilchen und ihre Zerfälle gestatten vielfältige Einblicke in die Physik des Mikrokosmos. Wir haben uns insbesondere für die Unterschiede zwischen Teilchen und Anti-Teilchen interessiert, die sogenannte CP-Verletzung. Die Ergebnisse von Belle haben die Vorhersagen von Makato Kobayashi und Toshihide Maskawa aus dem Jahr 1973 bestätigt und damit die experimentelle Grundlage für den Physik-Nobelpreis 2008 an diese beiden Forscher gelegt.
Die Wiener Gruppe hat die Ausleseelektronik für den Belle Silizium-Vertexdetektor (SVD) gebaut. In der Physikanalyse, die durch den FWF finanziert wird, konzentrieren wir uns auf semileptonische und leptonische B-Mesonzerfälle. Diese Prozesse spielen eine wichtige Rolle bei der Überprüfung des Cabibbo-Kobayashi-Maskawa-Mechanismus und bei der Suche nach Physik jenseits des Standard-Modells. Daneben haben wir diverse Leitungsfunktionen innerhalb der Belle-Kollaboration inne.
Belle wird derzeit zu Belle II ausgebaut. Ab dem Jahr 2015 wird das neue Experiment Daten 40-mal schneller sammeln als Belle. Wien hat die Gesamtverantwortung für die Planung und den Bau des Siliziumstreifen-Detektors (SVD) inne, für den wir das Origami-Modulkonzept entwickelt haben. Wir leisten auch wichtige Beiträge zur Spurrekonstruktion bei Belle II.
Kontakt für alle Anfragen: Christoph Schwanda






