Die Wiener Belle-Gruppe

v.r.n.l.: Christoph Schwanda (Projektleiter), Winfried Mitaroff, Thomas Bergauer, Patricia Francisconi, Manfred Valentan, Markus Friedl, Laurenz Widhalm, Immanuel Gfall, Christian Irmler, Felicitas Thorne, Paul Dolejschi, Annekathrin Frankenberger

Belle ist ein internationales Experiment am japanischen Teilchenforschungszentrum KEK, das von 1999 bis 2010 Daten genommen hat. In diesem Zeitraum wurden 771 Millionen Elektron-Positron-Kollisionen aufgezeichnet, die zur Produktion eines B-Meson-Paares geführt haben. Diese Teilchen und ihre Zerfälle gestatten vielfältige Einblicke in die Physik des Mikrokosmos. Wir haben uns insbesondere für die Unterschiede zwischen Teilchen und Anti-Teilchen interessiert, die sogenannte CP-Verletzung. Die Ergebnisse von Belle haben die Vorhersagen von Makato Kobayashi und Toshihide Maskawa aus dem Jahr 1973 bestätigt und damit die experimentelle Grundlage für den Physik-Nobelpreis 2008 an diese beiden Forscher gelegt.

Die Wiener Gruppe hat die Ausleseelektronik für den Belle Silizium-Vertexdetektor (SVD) gebaut. In der Physikanalyse, die durch den FWF finanziert wird, konzentrieren wir uns auf semileptonische und leptonische B-Mesonzerfälle. Diese Prozesse spielen eine wichtige Rolle bei der Überprüfung des Cabibbo-Kobayashi-Maskawa-Mechanismus und bei der Suche nach Physik jenseits des Standard-Modells. Daneben haben wir diverse Leitungsfunktionen innerhalb der Belle-Kollaboration inne.

Belle wird derzeit zu Belle II ausgebaut. Ab dem Jahr 2015 wird das neue Experiment Daten 40-mal schneller sammeln als Belle. Wien hat die Gesamtverantwortung für die Planung und den Bau des Siliziumstreifen-Detektors (SVD) inne, für den wir das Origami-Modulkonzept entwickelt haben. Wir leisten auch wichtige Beiträge zur Spurrekonstruktion bei Belle II.

Kontakt für alle Anfragen: Christoph Schwanda