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28. November 2014

Am 27. November 2014 lud das Institut für Hochenergiephysik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und das Doktoratskolleg Particles and Interactions zur Filmvorführung „Particle Fever“ ins CineCenter Kino ein.

Etwa 200 Besucherinnen und Besucher verfolgten mit Interesse den Dokumentarfilm, der sechs Wissenschaftler am CERN von der Bauphase der LHC Experimente bis zur Entdeckung des Higgs-Bosons begleitet. Bei der anschließenden Fragerunde mit CERN-Physiker und Darsteller Martin Aleksa, Manfred Krammer und Erica Brondolin vom HEPHY, Andre Hoang von der UNI Wien und Moderator Norbert Frischauf wurde angeregt über das Forschungszentrum CERN, den weltgrößten Teilchenbeschleuniger und die spannende Jagd nach dem Higgs-Teilchen diskutiert.

Für diejenigen, die nicht zu der Filmvorführung kommen konnten bzw. keine Karten mehr erhalten haben: Es wird eine weitere Filmvorführung im Februar/März 2015 stattfinden. Die Ankündigung werden Sie hier auf unserer Homepage finden.

11. November 2014

Im Vordergrund: Ministerialrat Dr. Daniel Weselka (BMWFW) mit KEK-Generaldirektor Prof. Atsuto Suzuki.

Ministerialrat Dr. Daniel Weselka vom österreichischen Wissenschaftsministerium und Prof. Jochen Schieck von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften haben ein Memorandum of Understanding mit dem japanischen Teilchenforschungszentrum KEK in Tsukuba unterzeichnet.

Dieses Dokument regelt die wissenschaftliche Kooperation zwischen Österreich und Japan im Hinblick auf das im Bau befindliche Belle II Experiment.

"Das Belle II-Experiment in Japan ist ein weiterer Eckpfeiler des wissenschaftlichen Programms am Institut für Hochenergiephysikt" erklärt Jochen Schieck, Direktor des Instituts. Neben dem Belle II-Experiment ist das Institut für Hochenergiephysik am CMS-Experiment am CERN, Genf, und dem CRESST-Experiment in Italien beteiligt. Das Institut ist verantwortlich für die Entwicklung und den Bau eines Teildetektors des Belle II-Experiments, mit dem es möglich sein wird die Zerfallsprodukte von kurzlebigen Elementarteilchen genauestens zu vermessen.

In den Kollisionen, die mit dem Belle II-Experiment in Japan aufgezeichnet werden, können bisher unbeobachtete Teilchen und Kräfte in extrem kurzlebigen Prozessen auftreten und mit Hilfe von sehr genauen Messungen ist es möglich Rückschlüsse auf neue, unbekannte Physikprozesse zu ziehen. Christoph Schwanda, Projektleiter des Belle II-Experiments am Institut für Hochenergiephysik, ergänzt „Mit diesem gigantischen Datensatz lassen sich Präzisionsmessungen durchführen, die indirekt Rückschlüsse auf die Physik im Energiebereich von 10-100 TeV ermöglichen, deutlich höher als die am LHC in Genf."

Gegenstand des MoU sind die österreichischen Beiträge zum Bau des Belle II-Detektors, zum jährlichen Betriebsbudget sowie zu den Rechentechnik-Ressourcen von Belle II. Umgekehrt verpflichtet sich KEK, die notwendige Infrastruktur für Belle II bereitzustellen und insbesondere den SuperKEKB-Beschleuniger zu bauen und zu betreiben. Festgeschrieben wird auch das Recht der HEPHY-Gruppe, an der wissenschaftlichen Auswertung der Belle II-Ergebnisse teilzunehmen.

Belle II wird im Jahr 2016 in Betrieb gehen und bis zum Jahr 2023 rund 100 Milliarden B-Mesonzerfälle aufzeichnen.

5. November 2014

v.l.n.r.: Fabiola Gianotti, Agnieszka Zalewska, Rolf Heuer (Quelle: CERN)

Der CERN Rat hat die italienische Teilchenphysikerin Fabiola Gianotti zur neuen Generaldirektorin gewählt. Sie wird am 1. Jänner 2016 die Nachfolge von Rolf Heuer antreten.

Fabiola Gianotti war von 2009 bis 2013 Sprecherin des Atlas-Experiments am Large Hadron Collider (LHC). Die Ratspräsidentin Agnieszka Zalewska lobte in einer Mitteilung Gianottis Vision für die Zukunft des CERN als eines der weltweit führenden Beschleuniger-Labors sowie ihre vertieften Kenntnisse, sowohl des CERN, wie auch der experimentellen Teilchenphysik.

15. September 2014

Vom 8. bis zum 12. September 2014 fand in Wien die internationale CKM2014-Konferenz statt, an der rund 180 Teilnehmer aus 23 Ländern teilnahmen, die rund 140 Fachvorträge hielten. CKM steht für den gleichnamigen Mechanismus im Standard-Modell der Teilchenphysik, der den Übergang einer Quark-Art („flavour“) in eine andere beschreibt.

Genau diese Übergänge zwischen Quark-Flavours sind heute Gegenstand intensiver Forschung: In diesen Prozessen tritt beispielsweise die sogenannte CP-Verletzung (unterschiedliches Verhalten von Teilchen und Anti-Teilchen) auf, die kosmologisch für die Entstehung des Universums von großer Bedeutung ist. Andere Übergänge sind nur durch sogenannte Pinguin-Schleifen-Prozesse möglich, in denen sich auch neue, schwere Teilchen verstecken können, wie sie auch am Large Hadron Collider (LHC) des CERN in Genf bei den höchsten Energien intensiv gesucht werden. All das waren die Themen dieses Workshops.  

Homepage der Konferenz: http://ckm2014.hephy.at

4. September 2014

Anton Zeilinger (ÖAW), Claudia-Elisabeth Wulz (HEPHY), Jochen Schieck (HEPHY), Wolfgang Adam (HEPHY) (v.l.n.r.). Copyright: Thomas Bergauer

ÖAW-Präsident Anton Zeilinger besuchte am 2. September 2014 gemeinsam mit den beiden Institutsdirektoren Jochen Schieck vom Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) und Eberhard Widmann vom Stefan Meyer Institut für subatomare Physik (SMI) das CERN. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften ist mit den beiden Instituten am weltweit größten Forschungszentrum für Teilchenphysik beteiligt.

Im Mittelpunkt des Besuchs standen jene CERN-Experimente, an denen HEPHY und SMI mitwirken: CMS am Teilchenbeschleuniger LHC und ein Experimente am Antiprotonen-Decelerator. Liegt der Fokus bei ersterem auf Zusammensetzung und Wechselwirkungen von Materie, ermöglicht es der Antiprotonen-Decelerator, die fundamentalen Symmetrien anhand von Antimaterie zu untersuchen.

Um wissenschaftliche und forschungspolitische Ziele des renommierten Forschungszentrums, das Ende September sein 60-jähriges Bestehen feiert, ging es bei einem Treffen Zeilingers mit CERN-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer.

Den Abschluss des Programms bildete ein Kolloquium Zeilingers, bei dem er die Brücke zur Quantenkommunikation schlug. Zeilinger präsentierte in seiner Funktion als Quantenphysiker die aktuellsten Entwicklungen der Quantenverschränkung über große Distanzen.

2. September 2014

Ausschließungsbereiche an den Mischungswinkel von normalen Photonen mit “dunklen Photonen” (y-Achse) als Funktion der dunklen Photonenmasse (x-Achse). Die in der oberen Hälfte schattierten Regionen sind bereits durch direkte Labortests bzw. aus der Beobachtung einer Supernovaexplosion ausgeschlossen. Die in der unteren Hälfte der schattierten Regionen stellen die neu gefundenen Limits aufgrund kosmologischer Beobachtungen dar. BBN steht für Urknallnukleosynthese (Formation der leichten Elemente wie Deuterium und Helium) und CMB steht für den kosmischen Mikrowellenhintergrund.

Die HEPHY Publikation “Cosmological constraints on very dark photons” wurde von den Physical Review D Editoren in ihrer August Ausgabe als besonders lesenswert ausgewiesen (“Editor’s suggestion”). Das Journal ist das Sprachrohr der Amerikanisch-physikalischen Gesellschaft für Teilchenphysik.

Die Arbeit beschäftigt sich mit kosmologischen und astrophysikalischen Limits von “Dunklen Photonen.”  Letztere sind hypothetische Teilchen, die oftmals die Verbindung zwischen unserer und der uns noch verborgenen Welt der dunklen Materie herstellen. Sie besitzen eine Masse und interagieren durch ihre Mischung mit “normalen” Photonen. Die vorliegende Arbeit zeigt nun, dass astrophysikalische Messungen die Existenz dieser Teilchen mit einer Wechselwirkung ausschliesst, die bloss einem Milliardstel und weniger der normalen Wechselwirkung von Photonen entspricht. Solch kleine Wechselwirkungen können weder derzeit, noch in absehbarer Zukunft einem irdischen Labortest unterzogen werden. Einzig unser Universum als kosmisches Labor erlaubt den Test an solch winzigen Kräften - durch Messungen der kosmischen Hintergrundstrahlung sowie der Häufigkeiten leichter Elemente wie Deuterium oder Helium.

HEPHY Autor der Studie Josef Pradler ist seit 1. Juni neuer Mitarbeiter am Institut und leitet eine Theoriegruppe zur Erforschung der Dunklen Materie. Die Arbeit wurde gemeinsam mit den kanadischen Kollegen Anthony Fradette, Maxim Pospelov, und Adam Ritz von der Universitaet Victoria, BC, und dem Perimeter Institute, ON, publiziert.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://journals.aps.org/prd bzw. http://journals.aps.org/prd/abstract/10.1103/PhysRevD.90.035022

20. August 2014

Walter Thirring (Quelle:Zentralbibliothek fur Physik)

Am 19. August verstarb der theoretische Physiker Walter Thirring im Alter von 87 Jahren. Prof. Thirring war einer der wichtigsten Personen auf diesem Gebiet in Österreich und spielte auch bei der Gründung des HEPHYs eine wichtige Rolle.

Nach seiner Promotion an der Universität Wien forschte Walter Thirring zunächst im Ausland. Er arbeitete unter anderem mit Erwin Schrödinger, Werner Heisenberg und Wolfgang Pauli. Seit 1959 war er Professor für Theoretische Physik an der Universität Wien. In den Jahren 1968 bis 1971 leitete er die Abteilung theoretische Physik am CERN.

Thirring entwickelte das sogenannte masselose „Thirring-Modell“ (in 2 Dimensionen), eine exakt lösbare Quantenfeldtheorie von selbstwechselwirkenden Dirac-Teilchen. Zusammen mit Elliot Lieb führte er den Nachweis, dass Materie stabil ist – die sogenannte „Lieb-Thirring-Ungleichung“. Seine Lehrbücher der mathematischen Physik, wie auch seine Einführung in die Quantenfeldtheorie (gemeinsam mit Ernest Henley), gelten als Standardwerke auf ihren Gebieten. Er war auch als Verfasser von populärwissenschaftlichen Büchern bekannt.

Walter Thirring hat schon bei der Gründung des Instituts für Hochenergiephysik eine wichtige Rolle gespielt. Auch später war er dem Institut und der experimentellen Hochenergiephysik weiterhin als Freund und Förderer verbunden. Neben seiner wissenschaftlichen Bedeutung wird er uns auch als Kollege durch seine Liebenswürdigkeit und durch sein Interesse an der Musik in Erinnerung bleiben.

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