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6. Juni 2014

SchülerInnen bauen am HEPHY Teilchendetektoren aus Kaffeedosen

SchülerInnen der AHS Theodor-Kramer-Strasse in Wien 22 haben unter Anleitung von HEPHY-Wissenschaftlern Kaffeedosen zu funktionstüchtigen Teilchendetektoren umgebaut und als „Youngsteins“ am CERN-Wettbewerb „Win a Beamline“ teilgenommen. Sie kamen mit dieser Idee unter die Top 16 von 292 Mitbewerbern.

Selbst aus einem so trivialen Alltagsgegenstand wie einer Kaffeedose kann man in wenigen Stunden einen Teilchendetektor bauen – das haben SchülerInnen kürzlich am HEPHY erfolgreich ausgeführt. Mehrere solcher Detektoren wurden am CERN in einem Streu-Experiment mit dem klingenden Namen CANDICE (Coffee cAN Distributed Ionization Chamber Experiment) eingesetzt.

Aus Anlass der 60-Jahr-Feier wurde heuer am CERN ein Teilchenstrahl, wie er üblicherweise von PhysikerInnen verwendet wird, für SchülerInnen ausgeschrieben. Kreative Ideen waren gefragt, und dementsprechend waren beim „Win a Beamline“-Wettbewerb nicht nur schriftliche Dokumente, sondern auch Kurz-Videos einzureichen. Hier das Video vom Bau der Kaffeedosen-Detektoren am HEPHY: https://www.youtube.com/watch?v=ryEEcQQ0gNk 

Die Konkurrenz war groß: Nicht weniger als 292 Teams aus aller Welt haben ihre Ideen eingereicht. Umso mehr galt das olympische Motto „Dabei sein ist alles“, denn vorrangig ging es hier um die Erfahrung der potentiellen Jung-PhysikerInnen und nicht so sehr um ein Nobelpreis-verdächtiges Experiment.

Wir gratulieren unserem SchülerInnen-Team zu diesem tollen Erfolg!

16. Mai 2014

S. Kilin, W. Lucha, T. Bergauer und M. Jeitler (v.l.n.r.) in einem der HEPHY-Reinräume

Am 15. Mai 2014 beehrte der Vizepräsident der Weißrussischen Akademie der Wissenschaften, Prof. Sergei Ya. Kilin, seines Zeichens Quantenphysiker, das Institut für Hochenergiephysik der ÖAW mit seinem Besuch, um bestehende Kontakte zu vertiefen und Möglichkeiten für künftige Zusammenarbeit auszuloten.

Im Laufe der obligaten Lab-Tour durch das HEPHY zeigte sich der Leiter des Quantenoptik-Laboratoriums am B. I. Stepanov Institut für Physik in Minsk insbesondere sehr beeindruckt von den Erfolgen in der Entwicklung von Halbleiterdetektoren für die beiden Experimente CMS am CERN bei Genf und Belle II am Forschungzentrum KEK in Japan.

6. Mai 2014

Im April fand zum zweiten Mal der Science&Art@School Workshop in Graz statt. Science&Art@School ist ein Projekt mit dem Ziel, SchülerInnen in einem mehrtägigen interdisziplinären Workshop sowohl für die Wissenschaft, als auch für Kunst zu interessieren.

Der erste Teil des Workshops gibt einem Einblick in die moderne Teilchenphysik. Physiker vom Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) präsentieren alles Wissenswerte über die allerneusten Forschungsergebnisse der Teilchenphysik. Die SchülerInnen haben die Gelegenheit echte experimentelle Daten des CMS-Experiments auszuwerten. Im zweiten Teil liegt der Schwerpunkt bei zeitgenössischen Kunstwerken, die sich mit Wissenschaft und Technik auseinandersetzen. CMS-Physiker und Künstler Michael Hoch, der diesen Workshop ins Leben gerufen hat, versucht mit Hilfe der künstlerischen Methode den SchülerInnen ein tieferes Verständnis für die Schönheit und Ästhetik der Wissenschaft näher zu bringen. Am Ende des Workshops wurden die gefertigten Kunstobjekte im Rahmen einer Vernissage im Joanneum präsentiert. Inzwischen dient dieser Workshop als Vorbild für ähnliche Projekte in ganz Europa.

Weitere Information finden Sie unter: http://scienceartschool.web.cern.ch

11. April 2014

Foto: Anzenberger-Fink

Das Projekt „Strahlenharte Siliziumdetektoren für zukünftige Physik-Experimente und Medizinanwendungen“ der Akademie der Wissenschaften wurde gestern bei der Verleihung des anerkannten Houska-Preises der B&C Privatstiftung mit dem 2. Platz ausgezeichnet. Der Houska-Preis wird seit dem Jahr 2005 an heimische Forschungsprojekte aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen vergeben.

Das Projekt

Ortsauflösende Siliziumdetektoren nehmen heutzutage eine essentielle Funktion in nahezu allen Experimenten in der Teilchenphysik ein. Durch den ständigen Teilchenbeschuss in den Experimenten - wie z.B. CMS am CERN - altern die Detektoren  und müssen nach einiger Zeit ausgetauscht werden. Ziel dieses Projekts ist es, strahlenharte und alterungsresistentere Detektoren zu entwickeln, die zusätzlich noch größer und dünner sind als die heute verfügbaren. Dadurch benötigt man weniger Halte- und Tragestrukturen, was die Genauigkeit der Teilchenspurerkennung erheblich verbessert. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Infineon Technologies wurden bereits erste, qualitativ hochwertige, Prototypen solcher Detektoren hergestellt und bei internationalen wissenschaftlichen Konferenzen präsentiert.  

In weiterer Folge sind zahlreiche Spin-Offs, unter anderem im medizinischen Bereich, möglich. Konkret könnten für MedAustron, das zur Zeit in Bau befindlichen Krebstherapiezentrum in Wiener Neustadt, großflächige und strahlenharte Detektoren dazu dienen, direkt mit dem Therapiestrahl tomographische Aufnahmen zu machen, mit denen die Position des zu bestrahlenden Krebstumors besser vermessen werden kann.  

Das Institut für Hochenergiephysik arbeitet seit mehr als 10 Jahren an der Entwicklung solcher Detektoren und deren Betrieb. Die jahrelange Erfahrung des HEPHY in diesem Bereich wurde genutzt, um gemeinsam mit dem etablierten Halbleiterhersteller Infineon solche Teilchendetektoren herzustellen. Infineon bringt dabei seine weltweit anerkannte Expertise in der Halbleiterfertigung in die Kooperation ein.  

„Die Zusammenarbeit startete im Jahr 2009 und ist sehr erfolgreich. Wir konnten von Infineon hergestellte Detektoren bereits für Tests und Prototypen neuer Auslesekonzepte des CMS Experiments verwenden. Der Houska-Preis ist eine tolle Anerkennung für die lange Arbeit“ freut sich Thomas Bergauer, Leiter dieses Projekts am HEPHY. Johannes Hacker von Infineon ergänzt: „Es freut uns sehr ein solch spannendes Projekt mit unseren Kompetenzen in der Fertigungstechnologie ergänzen zu können und gratulieren sehr herzlich zum Houska-Preis.“  

Im Zuge der Projektzusammenarbeit finanziert Infineon auch Studierende, die im Rahmen ihrer Diplomarbeit sowohl das akademische Umfeld am Institut für Hochenergiephysik als auch die angewandte Forschung in einem internationalen Unternehmen wie Infineon kennen lernen.

7. April 2014

Videokonferenz mit São Paulo (BR), Split (CR), Turin (IT) und Zürich (CH).

Die Suche nach dem Higgs-Boson. Schülerinnen und Schüler werten Da­ten vom CMS-Experiment (Compact Muon Solenoid) am CERN in Genf aus. Das Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften lud am Freitag, den 28. März 2014, interessierte Schülerinnen und Schüler zur Internationalen Masterclass 2014 in Wien ein.

21 Jugendli­che aus 16 Schulen lernten dabei in Vorträgen die Grundlagen und Techniken der Teilchenphysik kennen und wandten anschließend die Forschungsmethoden selber hautnah am Computer an. Sie identifizierten mit Begeisterung mit Hilfe eines Event-Displays die Elementarteilchen in Teilchenkollisionen am CMS-Experiment, suchten und fanden W- und Z-Bosonen und das seltene, erst 2012 entdeckte, Higgs-Boson. Viel Spaß hatten die Jugendlichen beim Vergleichen ihrer Ergebnisse bei der Videokonferenz mit den Teilnehmern der anderen internationalen Forschungseinrichtungen und dem CERN, natürlich auf Englisch. Neben Wien sah und hörte man bei dieser Videokonferenz die Schülerinnen und Schüler aus São Paulo (BR), Split (CR), Turin (IT) und Zürich (CH). Abschließend wurde das Wissen aller TeilnehmerInnen in einem Quiz getestet.

28. März 2014

Hochpräzise Detektoren sind entscheidend für die Teilchenphysik, um etwa das 2012 entdeckte Higgs-Boson nachzuweisen. Diese Detektoren zu entwickeln ist eine Wissenschaft für sich. Aus diesem Grund trafen sich diese Woche fast 140 Wissenschaftler in Wien zur Jahrestagung des EU-Projekts AIDA.

AIDA (Advanced European Infrastructures for Detectors at Accelerators), ein Forschungsprojekt der EU, vereint über 80 Institute aus 23 Ländern Europas. Eine dieser Forschungseinrichtungen ist das Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, das die heurige Jahrestagung des EU-Projekts in Wien veranstaltet. Bei der Zusammenführung der Beteiligten erfolgt neben einem Rückblick auf die technischen Fortschritte seit dem vergangenen Jahr auch ein Ausblick auf das vierte Projektjahr. Als Auftakt zur eigentlichen Tagung wurde bereits Anfang der Woche ein Workshop gemeinsam mit Firmenvertretern abgehalten, um die Kommerzialisierung der Detektorentwicklung in der Industrie zu fördern. Ferner wurde ein eigenes Tutorial als Einführung für Studierende abgehalten.

24. März 2014

Am 4. April 2014 findet im Rahmen der Langen Nacht der Forschung von 17.00 – 24.00 Uhr die Feier zum 60 Jahr Jubiläum des Europäischen Laboratoriums für Teilchenphysik CERN in der Aula der Wissenschaften statt. Die österreichischen TeilchenphysikerInnen und der CERN feiern 2014 das 60-jährige Jubiläum dieser Forschungseinrichtung unter dem Motto „60 Jahre Wissenschaft für den Frieden“.

Das Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften freut sich sehr, dass bei dieser Veranstaltung auch CERN-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer anwesend sein wird.

Die Wiener ForscherInnen sind maßgeblich an internationalen Großexperimenten im Forschungszentrum CERN in der Schweiz und im japanischen Forschungszentrum KEK beteiligt. Sie beschäftigen sich mit der Erforschung der kleinsten Bausteine des Universums und wie diese miteinander interagieren.

Ein zentraler Programmpunkt dieser 60 Jahre CERN Feier ist die Teilchenphysik-Ausstellung „Von den kleinsten Teilchen des Universums zur größten Maschine der Welt – Eine Reise zum Urknall“. In dieser Ausstellung erfahren die Besucher mehr über die faszinierende Welt der Teilchenphysik und das größte Forschungszentrum der Teilchenphysik, dem CERN. Außerdem wird es ein Sonderpostamt zur Sondermarke „60 Jahre CERN“ geben. In diesem Sonderpostamt erhalten Sie die Jubiläums-Sonderbriefmarke (grafische Kooperative: Thomas Reibnegger/Christian Deschka), den Ersttagsbrief zur Briefmarke und die Abhandlung zur Briefmarke. In der begleitenden Ausstellung „Faszination Ursprung“ präsentiert der CERN-Physiker und Künstler Michael Hoch seine Bilder und Collagen – eine Hommage an den Large Hadron Collider (LHC) und die Experimente wie dem CMS-Detektor. Weitere Programmpunkte sind die Vorträge „LHC – Die größte Maschine der Welt“ von Dr. Thomas Bergauer, „Was die Welt im Innersten zusammenhält“ von Doz. Christoph Schwanda und „Die künstlerische Faszination der größten Forschungsmaschine der Welt“ von Dr. Michael Hoch. 

Ferner können sich die Besucher einen „Physik-Button“ aussuchen und selber herstellen und tolle Preise, wie zum Beispiel das Buch „LHC-Large Hadron Collider“ (Edition Lammerhuber) signiert von Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer, gewinnen.

Weitere Information finden Sie unter: www.langenachtderforschung.at

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