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28. März 2014

Hochpräzise Detektoren sind entscheidend für die Teilchenphysik, um etwa das 2012 entdeckte Higgs-Boson nachzuweisen. Diese Detektoren zu entwickeln ist eine Wissenschaft für sich. Aus diesem Grund trafen sich diese Woche fast 140 Wissenschaftler in Wien zur Jahrestagung des EU-Projekts AIDA.

AIDA (Advanced European Infrastructures for Detectors at Accelerators), ein Forschungsprojekt der EU, vereint über 80 Institute aus 23 Ländern Europas. Eine dieser Forschungseinrichtungen ist das Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, das die heurige Jahrestagung des EU-Projekts in Wien veranstaltet. Bei der Zusammenführung der Beteiligten erfolgt neben einem Rückblick auf die technischen Fortschritte seit dem vergangenen Jahr auch ein Ausblick auf das vierte Projektjahr. Als Auftakt zur eigentlichen Tagung wurde bereits Anfang der Woche ein Workshop gemeinsam mit Firmenvertretern abgehalten, um die Kommerzialisierung der Detektorentwicklung in der Industrie zu fördern. Ferner wurde ein eigenes Tutorial als Einführung für Studierende abgehalten.

24. März 2014

Am 4. April 2014 findet im Rahmen der Langen Nacht der Forschung von 17.00 – 24.00 Uhr die Feier zum 60 Jahr Jubiläum des Europäischen Laboratoriums für Teilchenphysik CERN in der Aula der Wissenschaften statt. Die österreichischen TeilchenphysikerInnen und der CERN feiern 2014 das 60-jährige Jubiläum dieser Forschungseinrichtung unter dem Motto „60 Jahre Wissenschaft für den Frieden“.

Das Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften freut sich sehr, dass bei dieser Veranstaltung auch CERN-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer anwesend sein wird.

Die Wiener ForscherInnen sind maßgeblich an internationalen Großexperimenten im Forschungszentrum CERN in der Schweiz und im japanischen Forschungszentrum KEK beteiligt. Sie beschäftigen sich mit der Erforschung der kleinsten Bausteine des Universums und wie diese miteinander interagieren.

Ein zentraler Programmpunkt dieser 60 Jahre CERN Feier ist die Teilchenphysik-Ausstellung „Von den kleinsten Teilchen des Universums zur größten Maschine der Welt – Eine Reise zum Urknall“. In dieser Ausstellung erfahren die Besucher mehr über die faszinierende Welt der Teilchenphysik und das größte Forschungszentrum der Teilchenphysik, dem CERN. Außerdem wird es ein Sonderpostamt zur Sondermarke „60 Jahre CERN“ geben. In diesem Sonderpostamt erhalten Sie die Jubiläums-Sonderbriefmarke (grafische Kooperative: Thomas Reibnegger/Christian Deschka), den Ersttagsbrief zur Briefmarke und die Abhandlung zur Briefmarke. In der begleitenden Ausstellung „Faszination Ursprung“ präsentiert der CERN-Physiker und Künstler Michael Hoch seine Bilder und Collagen – eine Hommage an den Large Hadron Collider (LHC) und die Experimente wie dem CMS-Detektor. Weitere Programmpunkte sind die Vorträge „LHC – Die größte Maschine der Welt“ von Dr. Thomas Bergauer, „Was die Welt im Innersten zusammenhält“ von Doz. Christoph Schwanda und „Die künstlerische Faszination der größten Forschungsmaschine der Welt“ von Dr. Michael Hoch. 

Ferner können sich die Besucher einen „Physik-Button“ aussuchen und selber herstellen und tolle Preise, wie zum Beispiel das Buch „LHC-Large Hadron Collider“ (Edition Lammerhuber) signiert von Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer, gewinnen.

Weitere Information finden Sie unter: www.langenachtderforschung.at

27. Februar 2014

Johannes Hacker (Infineon), Rolf-Dieter Heuer (CERN Generaldirektor), Marko Dragicevic und Wolfgang Treberspurg (HEPHY)

Das Projekt „Strahlenharte Siliziumdetektoren für zukünftige Physik-Experimente und Medizinanwendungen“ rund um das Team von Thomas Bergauer wurde durch das Vergabekomitee des Houskapreises unter die zehn besten Projekte für Österreichs größten privaten Forschungspreis nominiert.

Jedes Jahr werden Österreichs beste Forschungsprojekte mit dem Houskapreis der B&C Privatstiftung ausgezeichnet. Als größter privater Forschungspreis Österreichs ist er mit insgesamt 300.000 Euro dotiert. Nun hat die Fachjury die zehn nominierten Projekte für die heurige Preisverleihung bekanntgegeben. Das Projekt über strahlenharte Siliziumdetektoren, die am HEPHY gemeinsam mit dem Halbleiterhersteller Infineon entwickelt werden, ist unter den Top 10 und wird im Zuge einer feierlichen Gala am 10. April einem breiten Publikum präsentiert. Im Rahmen dieser Gala wird fast wie bei der Oscar-Verleihung jedes Projekt in einem Kurzfilm porträtiert und der Gewinner sowie die weiteren Plätze bekannt gegeben.

Ortsauflösende Siliziumdetektoren nehmen heutzutage eine essentielle Funktion in nahezu allen Experimenten in der Teilchenphysik ein. Durch den ständigen Teilchenbeschuss in den Experimenten - wie z.B. CMS am CERN - altern die Detektoren  und müssen nach einiger Zeit getauscht werden. Ziel dieses Projekts ist es, strahlenharte und alterungsresistentere Detektoren zu entwickeln, die zusätzlich noch größer und dünner sind als die heute verfügbaren. Dadurch benötigt man weniger Halte- und Tragestrukturen, was die Genauigkeit der Teilchenspurerkennung erheblich verbessert. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Infineon Technologies wurden bereits erste, qualitativ hochwertige, Prototypen solcher Detektoren hergestellt und bei internationalen wissenschaftlichen Konferenzen präsentiert.

In weiterer Folge sind zahlreiche Spin-Offs, unter anderem im medizinischen Bereich, möglich. Konkret könnten für MedAustron , das zur Zeit in Bau befindlichen Krebstherapiezentrum in Wiener Neustadt, großflächige und strahlenharte Detektoren dazu dienen, direkt mit dem Therapiestrahl tomographische Aufnahmen zu machen, mit denen die Position des zu bestrahlenden Krebstumors besser vermessen werden kann.

12. Dezember 2013

Vortrag in der Bibliothek

Zahlreiche Interessierte besuchten am 10. Dezember das Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der ÖAW. Die Besucherinnen und Besucher tauchten mit großem Interesse in die Welt der Teilchenphysik ein. Der erfreuliche Anlass war die Verleihung des Physiknobelpreises an Peter Higgs und François Englert.

Geboten wurde am HEPHY ein umfangreiches Programm mit Live-Übertragung der Zeremonie in Stockholm, einer Live-Führung durch das CMS-Experiment/CERN, Führungen durch das Institut durch Mitarbeiter sowie die Vorträge „Der größte Teilchenbeschleuniger der Welt“ von Thomas Bergauer (HEPHY) und „Die Entdeckung des Higgs-Bosons“ von Michael Krämer (RWTH Aachen). Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit für lebhafte Diskussionen mit den Experten vom HEPHY. Ein Höhepunkt war die Überreichung des Zonta Postgraduate Award an die HEPHY-Studentin Ursula Laa.

Das Institut für Hochenergiephysik bedankt sich für das große Interesse und die zahlreichen Besucherinnen sowie Besucher und freut sich schon auf einen ebenso großen Andrang beim nächsten Tag der offenen Tür!


Video unter Forschen&Entdecken

5. Dezember 2013

Publikation der Entdeckung des Higgs-Bosons in einem der Journale, die von SCOAP3abgedeckt werden. Dieses Resultat wurde schon im Vorhinein “frei” veröffentlicht.

Freier Zugang zu Wissen spielt eine immer größere Rolle im wissenschaftlichen Dialog. Die Open Access Initiative SCOAP3 hat sich die Aufgabe gestellt, diesen freien Zugang zu wichtigen wissenschaftlichen Journalen auf dem Gebiet der Teilchenphysik zu realisieren. Ab 1. Jänner 2014 wird dieses Modell nun auf sehr breiter Basis realisiert.

Der wissenschaftliche Dialog auf Basis von Publikationen  in hochwertigen Journalen mit Expertenbegutachtung („Peer Review“) ist eine der fundamentalen Grundlagen der modernen Naturwissenschaften. Doch der technologische Fortschritt hat gerade in diesem Gebiet dramatische Auswirkungen: Die Möglichkeit des raschen Informationsaustausches durch Vorabversionen von Artikeln über sogenannte Preprint Server, wie arXiv oder dem CERN CDS Server, verschieben die aktuelle Diskussion in einen Bereich, in dem zwar ein freier Zugriff auf die Information gegeben ist – allerdings ohne dieQualitätsabsicherung des Peer Review Prozesses.

Die Open Access Initiative SCOAP3, ein weltweites Konsortium vom wissenschaftlichen Bibliotheken und Förderungsorganisation der Grundlagenforschung, wurde vom CERN angeregt, mit dem Ziel, dieses Modell im Bereich der Teilchenphysik zu erneuern. Auf breiter Basis soll freier Zugang zu den qualitätsgesicherten Publikationen ermöglicht werden. Das erfordert die Umkehrung der Finanzierung des Peer Review Prozesses  von einem Subskriptionsmodell auf ein Modell, bei dem die Kosten von den Autoren getragen werden – man spricht hier von dem „Goldenen Weg“. Das besondere an SCOAP3 ist der breite Ansatz: es wurde versucht, das Modell mit einem möglichst breiten Spektrum von Journalen, die eine Schlüsselstellung im wissenschaftlichen Dialog haben, einzuführen. Ab 1. Jänner 2014 ist es somit nun soweit. 

Auch im österreichischen Wissenschaftsdialog spielt Open Access eine immer wichtigere Rolle. Das Modell wird von den wichtigen Förderungseinrichtungen, wie dem FWF oder dem FFG unterstützt. Im Rahmen von EU geförderten Projekten wird Open Access sogar verbindlich. Auf Initiative des Instituts für Hochenergiephysik (HEPHY) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften wurden diese Diskussion auch in Österreich geführt, mit dem Ergebnis, dass  Österreich auch diesem Konsortium beitrat und dort durch die Österreichische Bibliothekenverbund und Service Gesellschaft vertreten ist.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.scoap3.org

www.obvsg.at

3. Dezember 2013

Fotograf: Dieter Arbeiter

Das Hands-On Science Center EXPI in Gotschuchen bei St.Margareten im Rosental (Betreiber Samo Kupper: "Verein Science Center") veranstaltete am 21. November seinen jährlichen Tag der offenen Tür, zu dem sich an die hundert interessierte Besucher eingefunden hatten.

Im sehr gut besuchten Vortragssaal hielt Professor Winfried Kernbichler von der TU Graz einen populärwissenschaftlichen Vortrag mit dem Titel "Energie aus Kernfusion". An den Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion auf erfreulich hohem Niveau an. Nach einer kurzen Unterbrechung wurden dem Publikum einige Neuigkeiten vorgestellt, unter anderem eine Nebelkammer zur Sichtbarmachung von Zerfällen von Atomen radioaktiver Gase. Gezeigt wurde auch eine Funkenkammer, in der die Flugbahnen von kosmischen Müonen (den Endprodukten der Reaktionen kosmischer Strahlen in der Atmosphäre) sichtbar gemacht werden, sowie einige Ausstellungsstücke, die die Funktionsweise des LHC-Beschleunigers im CERN veranschaulichen, an dem kürzlich der Nachweis des Higgs-Boson gelungen ist. Diese Entdeckung war ausschlaggebend für die Zuerkennung des Physiknobelpreises 2013 an F. Englert und P. Higgs. Vor diesen neuen Ausstellungsstücken versammelten sich zahlreiche Interessierte, die viele Fragen an die Experten hatten. Einer der Experten, der für Fragen zu Verfügung standen, war Jožko Strauss vom Institut für Hochenergiephysik.

2. November 2013

Chiara Mariotti im Festsaal der TU

Vor wenigen Wochen hatte sich die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften entschieden, den heurigen Nobelpreis für Physik an Peter Higgs und François Englert zu verleihen. In ihrem Seminar „How we found the Higgs Boson“ hat uns unsere Kollegin Chiara Mariotti von der Universität Turin an die aufregenden Tage der Entdeckung erinnert.

Die theoretischen Physiker Higgs und Englert bekamen den Preis für die Erklärung, wie Elementarteilchen Masse erhalten. Entscheidend für die Zuerkennung des Preises war die Entdeckung des vorhergesagten Teilchens, des sogenannten Higgs-Bosons, durch die Experimente ATLAS und CMS. Das Institut für Hochenergiephysik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ist Gründungsmitglied der CMS Kollaboration. Es hat wichtige Beiträge im Bereich der Hardware, der Software und  der Analyse der Daten geleistet.

 Chiara Mariotti, die schon vor etlichen Jahren mit Kollegen unseres Instituts im Rahmen des DELPHI-Experiments zusammengearbeitet hatte, war als Koordinatorin einer Arbeitsgruppe unmittelbar an der Suche nach dem Higgs-Boson beteiligt. In lebendiger und anschaulicher Weise berichtete sie von dem Moment, als die beteiligten Physiker zum ersten Mal das Signal des neuen Teilchens beobachten konnten.

 Vertreter des Rektorats der Technischen Universität, des Präsidiums der Akademie der Wissenschaften und des Wissenschaftsministeriums würdigten in Ihrer Begrüßung die Entdeckung. Sie verwiesen auch auf den Antritt des neuen HEPHY Direktors, Jochen Schieck, und den daraus folgenden Perspektiven für die experimentelle Teilchenphysik in Österreich.

 Zahlreiche Gäste konnten den Erklärungen der Vortragenden im Festsaal der TU Wien folgen. Besonders freute uns, dass wir bei dem Seminar auch Vertreter der schweizerischen und der italienischen Botschaft begrüßen durften. Die französische Botschaft hatte ebenfalls Grüße übersandt.

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