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12. Juni 2013

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und Gemahlin im Gespräch mit der HEPHY-Physikerin Dr. Claudia Wulz (Foto: Michael Hoch)

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und der Bundesminister für Wissenschaft und Forschung Karlheinz Töchterle besuchten an der Spitze einer großen Delegation, zu der auch die Rektoren Sabine Seidler von der TU Wien und Wolfgang Schütz von der MedUni Wien zählten, am 11. Juni 2013 das Europäische Labor für Teilchenphysik, CERN, in Genf. Österreichische Physiker und Ingenieure beschäftigen sich dort seit vielen Jahren mit der Erforschung der fundamentalen Bausteine der Materie.

Erster Programmpunkt war der Besuch des CMS-Experiments: im letzten Jahr ist dieser Kollaboration die Entdeckung eines neuen Teilchens gelungen, bei dem es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um das lang gesuchte Higgs-Boson handelt. Mit dem Institut für Hochenergiephysik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ist eine starke österreichische Gruppe an diesem Experiment beteiligt und hat wichtige Beiträge zur Entdeckung geliefert.  

Bundesminister Töchterle betonte: “Wir müssen die exzellente Arbeit des CERN für die österreichische Forschung möglichst stark nutzbar machen". Der Minister wertet es daher als "ein sehr positives Signal, dass die Österreichische Akademie der Wissenschaften mit Jochen Schieck einen exzellenten Wissenschaftler mit viel Forschungserfahrung am CERN als Direktor des Instituts für Hochenergiephysik gewinnen konnte".  

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des ASACUSA-Experimentes, das Präzisionsmessungen von Antimaterie durchführt. Der genaue Vergleich von Materie und Antimaterie ist ein wichtiger Test der fundamentalen Symmetrien der Natur. Auch hier ist die Österreichische Akademie der Wissenschaft über das Stefan-Meyer-Institut beteiligt.  

In einer abschließenden Diskussion mit zehn der zahlreichen österreichischen Studenten, die am CERN ausgebildet werden, zeigte sich noch einmal die große Bandbreite der wissenschaftlichen Forschung am CERN: Sie reicht von der Teilchenphysik im engeren Sinn über Forschung an neuen Technologien bis zu medizinischen Anwendungen.

31. Mai 2013

Der CERN, Peter Higgs und François Englert, die Preisträger des "Prinz von Asturien" Preises für technische und wissenschaftliche Forschung 2013.

Die Prinz-von-Asturien Stiftung hat die Verleihung des Prinz von Asturien-Preises an die theoretischen Physiker Peter Higgs und François Englert und den CERN bekannt gegeben. Dieser hochrangige Preis wurde für die Entdeckung des Higgs-Bosons zuerkannt.

Rolf Dieter Heuer kündigte an, den Prinz von Asturien-Preis im Namen von den Tausenden TeilchenphysikerInnen der Experimente CMS und ATLAS entgegen zu nehmen, deren Einsatz seit 20 Jahren diese Entdeckung überhaupt erst möglich gemacht hat. Der CERN-Generaldirektor betonte auch, dass durch die Verleihung des Preises in dieser Weise die wichtige Zusammenarbeit zwischen Theorie und Experiment deutlich gemacht wird.

Das Institut für Hochenergiephysik ist ein Gründungsmitglied des CMS-Experiments. Erst die gemeinsame Messung von CMS und ATLAS hat es ermöglicht, die Existenz des neuen Teilchens mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Seit der Entdeckung wurde dieses neue Teilchen mit großer Akribie studiert: bis jetzt scheinen die Eigenschaften genau denen zu entsprechen, die auf Grund der theoretischen Vorhersage vor fast 50 Jahren gemacht werden konnten.

Manfred Krammer, der Direktor des Instituts für Hochenergiephysik, ist auch Vorsitzender des Europäischen Komitees für zukünftige Beschleuniger (ECFA). „Dieser weitere Preis für die Entdeckung des Higgs-Bosons unterstreicht einmal mehr die Bedeutung dieses Ergebnisses. Das Higgs-Boson ist nicht ein weiteres Teilchen in einem großen Teilchenzoo, sondern ein völlig neuartiges Teilchen mit gänzlich neuen Eigenschaften. Der LHC ist auf lange Zeit die einzige Maschine, an der man dieses neue Teilchen studieren kann.“

29. Mai 2013

In Brüssel wurde heute bei einer Sondersitzung des CERN-Rats die Aktualisierung der Europäischen Strategie für Teilchenphysik beschlossen. 2006 wurde diese Strategie vom CERN-Rat einstimmig besiegelt. Das war ein wichtiger Schritt, um die führende Rolle Europas in einem globalisierten Umfeld zu unterstreichen.

Seither hat die Teilchenphysik enorme Fortschritte gemacht. Der Large Hadron Collider (LHC) hat erste bedeutende Ergebnisse geliefert, die entscheidend zur Aufklärung der Entstehung unseres Universums beitragen. Durch diese neuen Entdeckungen öffnet sich ein Tor zu neuen Fragestellungen und möglicherweise ergeben sich Hinweise auf neue Phänomene. Daher war es an der Zeit, die europäische Strategie für Teilchenphysik den neuen Erkenntnissen anzupassen und zu aktualisieren.

Das Update der Europäischen Strategie für Teilchenphysik wurde von einer vom CERN-Rat eingesetzten Strategiegruppe definiert. Geleitet wurde das Strategie-Update vom wissenschaftlichen Sekretariat. Manfred Krammer vom Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat als Mitglied dieses Sekretariats das heute unterzeichnete Dokument mitverfasst. Der österreichische Vertreter der  Europäischen Strategiegruppe war Andre Hoang von der Universität Wien.

Ein sehr wichtiges Thema der aktuellen Strategie ist die Erhaltung und der Ausbau des europäischen Modells der grenzüberschreitenden Forschung. Die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN), mit dem CERN-Rat als Aufsichtsorgan, wurde im Jahr 1954 gegründet. Heute forschen am CERN mehr als 11.000 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker aus 100 Nationen. Das CERN ist also seit fast 60 Jahren eines der weltweit führenden Zentren für Grundlagenforschung und ein wichtiges Beispiel für erfolgreiche internationale Zusammenarbeit.

Laut Strategiepapier soll die Hauptaufgabe des CERN sein, als starke Basis die Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen der CERN-Mitgliedstaaten und zukünftige internationale Teilchenphysik-Projekte, unter der Leitung des CERN-Rates, zu koordinieren.

Weitere Strategieschwerpunkte Europas und der Europäischen Teilchenphysik-Community sind:

- Nutzung des vollen Potenzials des LHC als weltweit führende Einrichtung für Teilchenphysik

- Studien zu geplanten Post-LHC-Beschleuniger Projekten am CERN

- die Öffnung für die Zusammenarbeit bei Teilchenphysik-Projekten außerhalb Europas, z.B. an einem möglichen Internationalen Linear Collider Labor in Japan

- Investitionen in Kommunikation, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit um weltweit die Öffentlichkeit zu informieren  

Weitere Information finden Sie unter: http://press.web.cern.ch 

23. Mai 2013

Besuch des US-Botschafters am HEPHY. V.l.n.r: Prof. Christian Fabjan, Botschafter William C. Eacho, Gattin Donna, Direktor Manfred Krammer, Dr. Dietrich Liko und DI Natascha Hörmann

Der amerikanische Botschafter in Österreich, William C. Eacho III, besuchte gemeinsam mit seiner Frau Donna das Institut für Hochenergiephysik der österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien, um sich aus erster Hand über die Entdeckung des Higgs-Bosons zu informieren.

Botschafter Eacho wurde von HEPHY-Direktor Manfred Krammer und seinem Vorgänger Christian Fabjan begrüßt. Dieser betonte die Wichtigkeit eines Dialoges zwischen Politik und Wissenschaft und erinnerte auch daran, dass die Entdeckung des Higgs-Bosons einen der wichtigsten Meilensteine der Teilchenphysik in den letzten Jahrzehnten darstellt.  

Die Vereinigten Staaten sind ein wichtiger Partner in der Teilchenphysik und stark am CERN engagiert. Im CMS-Experiment forscht das Wiener Institut gemeinsam mit Gruppen aus mehr als 40 amerikanischen Universitäten, die zusammen etwa ein Drittel aller beteiligten Wissenschaftler stellen.  

Zunächst wurden die wichtigsten Aspekte der Entdeckung zusammengefasst. Die Experimente am CERN studieren Materie unter Bedingungen, wie sie im Universum kurz nach dem Urknall existiert haben. Die Entdeckung des Higgs-Teilchens erforderte in vielen Aspekten technologische Herausforderungen zu meistern, die vom Beschleuniger bis zum Detektor reichen. Im Zentrum standen die österreichischen Beiträge zu dieser Entdeckung, insbesondere Spurendetektor und Trigger des CMS-Experiments. Hier leistet Wiener Technologie eine entscheidende Rolle im Experiment, ohne die keine Higgs-Entdeckung möglich gewesen wäre.  

Eine Videokonferenz zum CMS-Kontrollraum am CERN ermöglichte es dem Botschafter und seiner Frau, sich mit Wiener und amerikanischen Kollegen direkt in Genf auszutauschen. Ein Höhepunkt war eine Diskussion mit Studenten der Boston University, die den Besuchern begeistert  von ihren Aufgaben im Experiment berichteten.  

Der Botschafter und seine Gemahlin konnten sich schließlich durch Kurzvorträge zu technischen Themen wie Detektorentwicklung und Grid-Computing über die HEPHY-Expertise vor Ort überzeugen, die William Eacho abschließend mit den Worten „very impressive“ auf den Punkt brachte.

15. Mai 2013

Wissenschaftler der CMS-Kollaboration vor einem Foto des CMS Detektors in Originalgröße. (Bildrechte Michael Hoch)

Die CMS- und ATLAS-Kollaborationen werden für die Entdeckung eines neuen schweren Teilchens, welches Eigenschaften des lange gesuchten Higgs-Bosons zeigt, mit dem „High Energy and Particle Physics“ Preis 2013 der Europäischen Physikalischen Gesellschaft (EPS) ausgezeichnet.

Überreicht wird diese hohe Auszeichnung an die Gründerväter der zwei Experimente Peter Jenni (Universität Freiburg/DE und CERN/CH) vom ATLAS-Experiment und Michel Della Negra (Imperial College London/UK) und Tejinder Virdee (Imperial College London/UK) vom CMS-Experiment.

Die Preisverleihung findet am 22. Juli 2013 in Stockholm im Zuge der EPS-HEP 2013 Konferenz statt.

Die Pionierarbeit dieser herausragenden Führungspersönlichkeiten P. Jenni, M. Della Negra und T. Virdee war maßgebend für Entwurf und Bau der Teilchendetektoren, deren Umsetzung mit Hilfe von über 3.000 engagierten Teilchenphysikern, Ingenieuren und Technikern je Experiment verwirklicht werden konnte. Die Voraussetzung für diese Teilchendetektoren, die kompliziertesten und größten, die bisher gebaut wurden, war die Entwicklung von neuen Spitzentechnologien sowie leistungsfähigen Computersystemen. Seit 2010 ist die einzigartige Maschine, der Large Hadron Collider (LHC), am CERN in Betrieb und produziert Teilchenkollisionen bei den weltweit höchsten Energien. Für die Suche nach dem Higgs-Boson, dem letzten fehlenden Teilchen des sogenannten Standardmodells der Teilchenphysik, wie von Robert Brout, François Englert, Peter Higgs und anderen vor 50 Jahren vorhergesagt, verarbeiten und analysieren die Teams von ATLAS und CMS die Signale von einer Milliarde Proton-Proton Kollisonen in der Sekunde.  

Im Juli 2012 war es dann soweit: die ATLAS- und CMS-Kollaborationen verkündeten die Entdeckung eines neuen Teilchentyps, der sich fundamental von allen anderen Elementarteilchen unterscheidet. Diese Entdeckung kennzeichnete den Beginn einer neuen Ära.

Weiter Informationen unter: http://www.eps.org/news/

8. Mai 2013

Der Teilchenphysiker Josef Pradler, bislang Postdoktorand an der Johns Hopkins-Unversität in Baltimore, wird im Rahmen des Impulsprogramms “New Frontiers Groups” der ÖAW für fünf Jahre gefördert. Sein Weg hat den Tiroler von einer Diplomarbeit an der Universität Wien über eine Postdoc-Stelle am renommierten Perimeter-Institut in Kanada zurück nach Wien ans HEPHY gebracht.

Josef Pradler wird am Institut für Hochenergiephysik eine neue Theoriegruppe aufbauen, die sich mit dem Verständnis der Dunklen Materie befasst. Die Existenz dunkler Materie wurde schon vor mehr als 80 Jahren postuliert. Sie macht nach derzeitigem Verständnis des Universums etwa fünf Mal mehr aus als die „normale“ Materie. Die neue Gruppe soll experimentelle Resultate und theoretische Modelle synergetisch zusammenführen.

Diese neue Foschungsgruppe bietet eine ideale Ergänzung für die experimentellen Aktivitäten des Instituts. Das HEPHY hat im CMS-Experiment am LHC eine wichtige Rolle bei der Suche nach Anzeichen für Supersymmetrie, die als vielversprechender Kandidat für die dunkle Materie gilt. Auch der neue Direktor des HEPHY, Jochen Schieck, hat einen Schwerpunkt auf die Erforschung der Dunklen Materie gelegt. Am HEPHY wird somit auf einer breiten Basis ein neues und vielversprechendes Gebiet der Teilchenphysik erforscht, das nach der Entdeckung des Higgs-Bosons die besten Voraussetzungen bietet, um weitere wichtige Erkenntnisse in der Teilchenphysik zu erlangen.

8. Mai 2013

Prof. Dr. Jochen Schieck (Foto: www.fotoeye.de)

Prof. Dr. Jochen Schieck von der Ludwig-Maximilians-Universität München ist neuer Direktor des Instituts für Hochenergiephysik. Er wird sein Amt ab Oktober 2013 ausüben und eine neue Forschungsgruppe über „Dunkle Materie“ aufbauen.

Dr. Jochen Schieck (geb. 1971) promovierte an der Universität Heidelberg und verbrachte danach zwei Jahre am Stanford Linear Accelerator Center (SLAC) in Kalifornien, wo er für das BaBar-Experiment arbeitete. Danach ging er an das Max-Planck-Institut für Physik in München und war dort in den Experimenten ATLAS, OPAL und Jade involviert. Seit April 2010 leitete er die "Heavy Quarks"-Gruppe am Exzellenzcluster „Universe“ an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, wo er sich mit der Datenanalyse des ATLAS-Experiment beschäftigte. Seine Gruppe ist auch an der Konstruktion des Pixel-Detektors (PXD) für das Belle II-Experiment am Forschungszentrum KEK (Japan) beteiligt. Diese Entwicklung wird Dr. Schieck auch am HEPHY weiterführen, das für den Silizium-Spurdetektor (SVD) des Belle II-Experiments verantwortlich ist.

Zu den beiden bisherigen Standbeinen des HEPHY, Belle II in Japan und CMS am CERN in Genf, wird durch den neuen Direktor ein neuer Forschungsschwerpunkt über „Dunkle Materie“ begründet, der mit 1,2 Mio. Euro vom Wissenschaftsministerium gefördert wird. Parallel dazu wird durch J. Pradler eine Theoriegruppe über Dunkle Materie begründet, die durch einen 2,3 Mio. Euro dotierten „New Frontiers Group“-Grant gefördert wird.

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