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21. Dezember 2012

Laurenz Widhalm und ein Fan

Laurenz Widhalm wurde für sein außergewöhnliches Engagement in der Vermittlung der faszinierenden Welt der Physik mit dem Werner Welzig-Preis 2012 ausgezeichnet. Seine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit trägt wesentlich dazu bei, naturwissenschaftliche Erkenntnisse, im Speziellen die Forschungsergebnisse und Technologie der Teilchenphysik, einem breiten Publikum näher zu bringen.

Der prestigereiche Werner Welzig-Preis wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich um das Ansehen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in der Öffentlichkeit besondere Verdienste erworben haben. Einer der diesjährigen zwei Preisträger ist Laurenz Widhalm. Laurenz hat es geschafft, das Verständnis für die Elementarteilchenphysik und für die Forschung am HEPHY auf ein neues Niveau anzuheben.

Mit einer Reihe von Initiativen wie Wanderausstellungen in Schulen, bei Kongressen und in ‚Science-Museen‘, mit Fortbildungslehrgängen für LehrerInnen, mit ‚Begabtenakademien‘ für 8 bis 10-Jährige, ‚Masterclasses‘ für besonders Talentierte, mit Vorträgen an (Volkshoch-)Schulen, um nur einige dieser Aktivitäten zu erwähnen. Laurenz war lange Zeit Koordinator für Publikumsarbeit für Kern- und Teilchenphysik österreichweit und der österreichische Vertreter im Europäischen ‚Outreach- Komitee‘ EPPOG. Seine Begeisterung und sein Enthusiasmus hat auch die MitarbeiterInnen am Institut ‚angesteckt‘: Öffentlichkeitsarbeit ist mittlerweile für Alle ein Teil  ihres beruflichen Alltags geworden.   

19. Dezember 2012

CMS Zentraler Spurdetektor

Der mit insgesamt 3 Millionen Dollar dotierte „Fundamental Physics Prize“ der „Fundamental Physics Prize Foundation“ wurde an 7 TeilchenphysikerInnen der LHC-Experimente ATLAS und CMS für deren Beiträge, die zur Entdeckung eines Teilchens mit den Eigenschaften des Higgs-Bosons führte, verliehen.

Die ausgezeichneten Preisträger sind:  der ehemalige Leiter des ATLAS-Experimentes Peter Jenni  sowie die derzeitige Leiterin Fabiola Gianotti, die ehemaligen Leiter des CMS-Experimentes Michel Della Negra, Teijinder Virdee und Guido Tonelli und der aktuelle Leiter Joe Incandela. Der Projektleiter der LHC-Beschleunigers, Lyn Evans, ist ebenfalls einer der Laureaten.

Ein weitere Preis, der prestigeträchtige „Edison Volta Preis der Europäischen Physikalischen Gesellschaft“, geht an den CERN-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer, an den Forschungsdirektor Sergio Bertolucci und an den Beschleunigerdirektor Steven Myers.

Diese hohen Auszeichnungen unterstreichen die Bedeutung der Entdeckung dieses Teilchens, die zum fundamentalen Verständnis des Aufbaus der Materie und der Kräfte zwischen ihren Bausteinen beiträgt. Es ist dies, wie die Laureaten sagten, auch eine Auszeichnung für die großen experimentellen Kollaborationen am LHC, die diese Entdeckung ermöglichten.

Die Verleihung des "Fundmental Physics Prize" findet am 20. März 2013 statt. Das Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Gründungsmitglied des CMS-Experimentes, wird diese Ehrung am 20. März 2013 in der Nikolsdorfer Gasse 18, 1050 Wien, mit einem Tag der offenen Tür – dem "Higgs Tag" – feiern.

Kontakt:

Univ. Prof. DI Dr. Christian Fabjan
Tel.: 01 544 73 28 – 21
Christian.Fabjan@oeaw.ac.at 

Pressekontakt: 

Mag. Brigitte De Monte 
Mobil: 0664 884 76 542 
Brigitte.De.Monte@oeaw.ac.at 

Institut für Hochenergiephysik 
der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 
Nikolsdorfer Gasse 18 
1050 Wien
www.hephy.at 

9. November 2012

copyright: Thomas Reibenegger

Vom 12. November 2012 bis 5. Jänner 2013 lädt das Institut français d´Autriche, die schweizerische Botschaft und das Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der ÖAW alle Physikinsteressierten bei freiem Eintritt zur "Teilchen.at" Ausstellung und der Vortragsreihe "Reise zum Urknall" ein.

Vom 12. November 2012 bis 5. Jänner 2013 lädt das Institut français d´Autriche, die schweizerische Botschaft und das Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der ÖAW alle Physikinsteressierten bei freiem Eintritt zur "Teilchen.at" Ausstellung und der Vortragsreihe "Reise zum Urknall" ein. Die offizielle Eröffnung der Ausstellung erfolgt am 12. November um 19.00 Uhr mit einem Vortrag von Professor Michael Spiro, dem Präsidenten des CERN Rates (Anmeldung erforderlich). Im Rahmen der Vortragsreihe finden dann ab dem 15. November jeweils am Donnerstag um 19.00 Uhr weitere Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen statt. Die Teilchen.at Ausstellung kann im Rahmen der Öffnungszeiten des französischen Kulturinstitutes frei besucht werden und hat bis zum 5. Jänner 2013 geöffnet. Wann: 12. November 2012 - 5. Jänner 2013 Wo: Institut français d´Autriche, Währingerstraße 30,1090 Wien Öffnungszeiten Ausstellung: Mo - Fr von 9.00 - 18.00 Uhr, Sa von 9.00 - 13.00 Uhr Vortragsreihe: Jeden Donnerstag ab dem 15. November 2012 um 19.00 Uhr

Am 4. Juli 2012 wurde vom CERN die Beobachtung eines neuen Teilchens gemeldet, das Eigenschaften des lange gesuchten Higgs-Boson zeigt. Mit diesem Resultat ist die Tür zu einer neuen Phase der Teilchenphysik geöffnet worden. Doch worum handelt es sich bei diesem Teilchen und was haben wir davon? Diese Fragen sind Thema der Teilchen.at Ausstellung und Vortragsreihe „Reise zum Urknall“ am französischen Kulturinstitut in Wien.

Die Wissenschaftsabteilungen der Botschaften Frankreichs und der Schweiz in Wien und das Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften laden zum Besuch einer Vortragsreihe und der Teilchen.at Ausstellung am französischen Kulturinstitut, Währingerstraße 30, 1090 Wien, ein. Dort werden die neuesten Forschungsergebnisse der interessierten Öffentlichkeit präsentiert. Die Themen spannen einen weiten Bogen von der Grundlagenforschung bis zu den technologischen Anwendungen, wie etwa dem in Bau befindlichen Tumor-Therapie-Zentrum „MedAustron“ bei Wiener Neustadt.

Namhafte Wissenschaftler sind die „Reiseführer“ bei dieser eindrucksvollen, spannenden und kostenlosen (!) Reise zum Urknall. Die Vorträge werden in  deutscher und in französischer Sprache gehalten. Eine Simultanübersetzung ermöglicht es allen, den Vorträgen zu folgen.

Die erste Sekunde nach dem Urknall war die Epoche der Elementarteilchen. Sie bestimmte die nachfolgende Entwicklung unseres Universums und führte letztlich zu lebenstragenden Planeten wie unserer Erde. Die Teilchen.at Ausstellung „Reise zum Urknall“ und die begleitenden Veranstaltungen zeigen die erstaunlichen Zusammenhänge zwischen der Welt der allerkleinsten Teilchen und den astronomischen Strukturen des Kosmos. Viele der ungeklärten Fragen sind Ziel intensivster, weltweit koordinierter Forschung: Wie entstand aus Energie die Materie? Welche Formen von Materien füllen unser Universum? Warum gibt es kaum Antimaterie? Welche Bedeutung hat die Entdeckung des Higgs-Teilchens für die Wissenschaft?

Mehr Details und das Programm der Vortragsreihe finden Sie unter: bigbang.hephy.at

Kontakt:

DI Dr. Dietrich Liko

Institut für Hochenergiephysik der ÖAW
Tel.: 01 544 73 28 – 32
Dietrich.Liko@oeaw.ac.at


Mag. Brigitte De Monte
Pressekontakt Institut für Hochenergiephysik der ÖAW
Mobil: 0664 884 76 542
Brigitte.De.Monte@oeaw.ac.at

Jean-Luc Steffan
Attaché für wissenschaftliche und universitäre Zusammenarbeit am Institut français
Tel.: 01 50 275 335
jean-luc.steffan@diplomatie.gouv.fr

Jacques Ducrest
Botschaftsrat
 Leiter Kultur, Presse, Wissenschaft, Schweizerische Botschaft

Tel.: 01 795 05 14

jacques.ducrest@eda.admin.ch

13. September 2012

Ein vom HEPHY in Zusammenarbeit mit Infineon entwickelter Teilchendetektor

Das Institut für Hochenergiephysik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (HEPHY) und Infineon Technologies sind eine Kooperation zur gemeinsamen Entwicklung von Siliziumdetektoren eingegangen, die in zukünftigen Experimenten an Teilchenbeschleunigern eingesetzt werden sollen.

Mit diesen Detektoren werden die Spuren von Teilchen, die z.B. bei Proton-Proton-Kollisionen entstehen, mit hoher Präzision gemessen. Solche Kollisionen werden derzeit im Large Hadron Collider (LHC) des Europäischen Labors für Teilchenphysik CERN erzeugt.

Diese Detektoren registrieren im Fall des CMS Experiments fast 40 Millionen Ereignisse pro Sekunde, jedes vergleichbar mit einem dreidimensionalen Foto, welches zur Identifizierung von Elementarteilchen benutzt wird, wie z.B. bei der kürzlich veröffentlichten Entdeckung eines neuen Teilchens mit den Eigenschaften des lang gesuchten Higgs-Bosons.

Das Institut für Hochenergiephysik arbeitet seit mehr als 10 Jahren an der Entwicklung von Siliziumdetektoren und deren Betrieb. Die jahrelange Erfahrung des HEPHY in diesem Bereich wurde nun genutzt, um gemeinsam mit dem etablierten Halbleiterhersteller Infineon solche Teilchendetektoren herzustellen. Infineon bringt dabei seine weltweit anerkannte Expertise in der Halbleiterfertigung in die Kooperation ein. 

„Die Zusammenarbeit startete bereits im Jahr 2009 mit einem Besuch einer Delegation des Wiener Instituts im Villacher Werk von Infineon. Nach einem dreijährigen Entwicklungsprozess hat Infineon nun Detektoren hergestellt, die bei CERN bereits auf großes Interesse gestoßen sind“ sagt Thomas Bergauer, Leiter dieses Projekts am HEPHY. 

Johannes Hacker von Infineon ergänzt: „Es freut uns, mit unserer Halbleiterkompetenz solch ein spannendes Experiment unterstützen zu dürfen. Durch den intensiven gemeinsamen Entwicklungsprozess verfügen wir nun über eine produktionsreife Fertigungstechnologie für solche Detektoren.“

Im Zuge der Projektzusammenarbeit finanziert Infineon auch Studierende, die im Rahmen ihrer Diplomarbeit sowohl das akademische Umfeld am Institut für Hochenergiephysik als auch die angewandte Forschung in einem internationalen Unternehmen wie Infineon kennen lernen.

12. September 2012

Ken Suzuki (SMI), Wolfgang Lucha (HEPHY), George Zweig, Herbert Pietschmann (Uni Wien), Christian Fabjan (HEPHY) [v.l.n.r.]

Einer der beiden Erfinder des Quark-Konzepts in der Teilchenphysik, Prof. George Zweig, besuchte das HEPHY und nahm an einem Mini-Seminar teil, wo er mit Mitarbeitern des HEPHY und des Stefan-Meyer-Instituts für subatomare Physik (SMI) den aktuellen Stand der Theorie von Glueballs und der Datenanalyse in der Teilchenphysik diskutierte.

Der US-Amerikaner George Zweig studierte an der University of Michigan und ging dann ans California Institute of Technology (Caltech) zu Richard Feynman. Als Doktoratsstudent postulierte er, dass Hadronen wie z.B. Protonen und Neutronen aus Konstituenten bestehen, welche er „aces“ nannte (nach den Assen im Kartenspiel, da er annahm, dass es davon vier geben könnte). Sein Landsmann Murray Gell-Mann entwickelte davon unabhängig ein ähnliches Modell, nannte diese Teilchen aber Quarks.

Obwohl Zweig dieses Modell als Erster bei Konferenzen präsentierte, erreichte er nie die gleiche Anerkennung wie Gell-Mann, welcher 1969 den Physik-Nobelpreis „für seine Beiträge und Entdeckungen betreffend der Klassifizierung der Elementarteilchen und deren Wechselwirkungen“ (laut Nobel-Komitee) erhielt. Das Quark-Modell war damals noch im Teststadium und wurde gerade erst in Streuexperimenten an Teilchenbeschleunigern getestet. George Zweig ging leer aus. Daraufhin wandte er sich der Neurobiologie zu, wo er die Entstehung von Nervenimpulsen durch den Schall im menschlichen Ohr untersuchte. Zweig arbeitete später bei privaten Firmen in den USA.

Bei dem Seminar am HEPHY wurde, nach einer Einleitung über Teilchenphysik in Österreich vom HEPHY-Direktor Prof. Christian Fabjan, der aktuelle Stand der Forschung über Glueballs von Wolfgang Lucha (HEPHY) und Ken Suzuki (SMI) berichtet. Glueballs sind hypothetische Elementarteilchen, die nur aus Gluonen bestehen, also den Vermittlern der starken Kraft, welche die Quarks zusammenhalten. Ein weiteres Diskussionsthema waren auch hypothetische Teilchen, welche aus mehreren Quarks bestehen, wie z.B. die Tetraquarks und Pentaquarks. Im Anschluss präsentierte Wolfgang Waltenberger (HEPHY) die Abläufe bei der Datenanalyse am CMS Experiment. Der Besuch endete mit einer Führung durch das Institut.

Prof. Zweig hält am Donnerstag, dem 13.9.2012, um 14:00 Uhr einen Vortrag mit dem Titel "Constituent Quarks: The Beginning of the End" an der Physik-Fakultät der Universität Wien (Erwin Schrödinger-Hörsaal, Boltzmanngasse 5, 5. Stock).

3. September 2012

Wenige Augenblicke vor dem Start auf den Kasematten am Grazer Schloßberg

1912 entdeckte Victor Franz Hess auf einer Ballonfahrt in 5km Höhe die kosmische Strahlung und wurde dafür später mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Im September 2012 - 100 Jahre nach der Entdeckung - wurde ihm zu Ehren ein unbemannter Ballon gestartet, der trotz widriger Wetterbedingungen bis auf eine Höhe von 21 Kilometern aufstieg.

Die Entdeckung der kosmischen Strahlung war ein entscheidender Schritt für die Entwicklung der Teilchenphysik und für das Verständnis der kleinsten Bauteile des Universums. Zum ersten Mal standen hochenergetische Teilchen für Messungen zur Verfügung und brachten bedeutende neue Einsichten, wie die Entdeckung von Antiteilchen, Mesonen und Myonen. Auch heute noch ist das Studium der kosmischen Strahlung ein äußerst aktives Forschungsgebiet.

Dieses öffentliche Event wurde gemeinsam vom Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, dem Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF), dem Österreichischen Versuchssender-Verband (ÖVSV) und der Victor-Franz-Hess-Gesellschaft veranstaltet.

Am 1.9.2012 versammelten sich trotz schlechten Wetters etliche InteressentInnen auf den Kasematten am Grazer Schloßberg, um den Start eines Stratosphärenballons samt wissenschaftlichem Rahmenprogramm zu verfolgen. Der prominenteste Teilnehmer war zweifelsohne Helmut Denk, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der in seiner Begrüßungsrede vom HEPHY als einem "Leuchtturm-Institut" sprach.

Während Hess vor 100 Jahren seinen Ballon mit Wasserstoff füllte, kommt heute ausschließlich das nicht brennbare Helium zum Einsatz. Etwa 6 Kubikmeter genügen, um die leichte Nutzlast von nur 1,3 kg - ein Polystyrol-Behälter mit GPS-Empfängern, Kameras und Messinstrumenten - Richtung All zu befördern.

Kurz nach 11 Uhr hieß es dann "Leinen los" und der Ballon entschwebte gen Himmel. In den nächsten Minuten erreichten uns spektakuläre Luftbilder von der Bordkamera, die allerdings bald dem eintönigen Grau der Wolkendecke wichen. Zunächst mochte der Ballon nicht recht steigen und schwebte in nördlicher Richtung mehrere Stunden in einer Höhe von 2 bis 5 Kilometern dahin. Grund dafür war der permanente Regen, der in größerer Höhe auf dem Ballon vereiste und diesen wieder nach unten drückte. Dort schmolz das Eis auf und der Ballon konnte erneut steigen.

In der Zwischenzeit gab es auf den Kasematten einen spannenden Vortrag über Victor Franz Hess und die Geschichte der Radioaktivität von Heinz Krenn, dem Vizepräsidenten der Victor-Franz-Hess-Gesellschaft. Danach erzählte der mehrfache Weltmeister im Ballonfahren, Josef Starkbaum, mit Videos von seinen Weltrekordfahrten in einem bemannten Heißluftballon. Schließlich wurde auch die Physik der kosmischen Strahlung und was man mit ihr machen kann von Thomas Bergauer, dem Leiter des Fachbereichs Halbleiterdetektoren am HEPHY, erläutert.

Den Abschluss des Events bildete die Auflösung der Schätzfrage "Wie hoch wird unser Ballon heute steigen?", an der sich alle Gäste beteiligen konnten. Zu diesem Zeitpunkt war der Ballon immer noch auf wenigen Kilometern Höhe, sodass die pessimistische Einschätzung von Roland Maderbacher den Hauptgewinn - eine Ballonfahrt mit Rudi Albrecht, ebenfalls Weltmeister - erlangte.

Damit war zwar kurz nach 13 Uhr die Show vorüber, der Stratosphärenballon aber noch lange nicht am Ziel angelangt. Um etwa 16 Uhr kam der Ballon östlich von Krems aus der Schlechtwetterzone heraus und begann wieder zu steigen. Bei Retz war er kurz vor 17 Uhr schon auf etwa 11km Höhe und passierte die Staatsgrenze nach Tschechien. In knapp 21km Höhe platzte dann der Ballon und leitete den Sinkflug am Fallschirm ein - kurz nach 18 Uhr landete die Kapsel nordwestlich von Brünn.

Somit war der Ballon etwa sieben Stunden unterwegs und legte dabei eine horizontale Distanz von beinahe 300km zurück - ein neuer Rekord in der Reihe der bereits zehn Ballonstarts des ÖWF! Mittlerweile wurde die Nutzlast geborgen und die in der Kapsel gespeicherten Bilder und Daten werden demnächst ausgewertet. Möglicherweise bekommen wir auf diese Weise doch noch Bilder von oberhalb der Wolkendecke zu sehen. "Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein", dachten sich zumindest die Teilnehmer im trüben Regenwetter am Grazer Schloßberg.

15. August 2012

Blick vom Rand des Weltraums (35 km Höhe) – aufgenommen von einem Ballon des ÖWF im Okt. 2008

Am 1. September 2012 starten das Österreichische Weltraum Forum ÖWF und das Institut für Hochenergiephysik am Schloßberg in Graz einen High-Tech-Ballon, der bis an den Rand des Weltalls aufsteigen soll. Rund um diesen Ballonstart wird ein spannendes Programm zu dem Thema "Kosmische Strahlung" bei freiem Eintritt für die ganze Familie geboten.

Das 100-jährige Jubiläum der Entdeckung der kosmischen Strahlung wird heuer mit dem „Victor-Hess-Jahr“ gefeiert. Der österreichische Physiker Victor Franz Hess entdeckte 1912 bei einer Ballonfahrt in fünf km Höhe die kosmische Strahlung und legte damit den Grundstein für die Teilchenphysik. Für diese Errungenschaft erhielt er den Nobelpreis für Physik.

Die Veranstaltungsreihe des „Victor-Hess-Jahres“ endet mit einem besonderen Highlight: dem Start eines Stratosphärenballons begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm. Dazu sagt Thomas Bergauer vom HEPHY, Projektleiter und Hauptorganisator der Veranstaltung: “Gemeinsam mit dem ÖWF werden wir am 1. September der interessierten Öffentlichkeit sowohl die Ballonfahrt als auch das Thema „kosmische Strahlung“ näherbringen. Höhepunkt ist der Start eines unbemannten Stratosphärenballons. Er wird 35 Kilometer hoch und damit bis an den Rand des Weltalls steigen.

Michael Taraba vom ÖWF ergänzt: „Dies ist der zehnte Start unseres Stratosphärenballons. Die Zuschauer können live die faszinierenden Bilder mitverfolgen, die von der am Ballon befestigten Kamera gesendet werden. Zusätzlich ist der Ballon mit zwei unabhängigen Datensendern, einem Geigerzähler zum Nachweis der kosmischen Strahlung und einem GPS-Ortungssystem ausgerüstet. Auch die Daten, die schon von Victor Hess im Jahr 1912 gemessen wurden, werden live übertragen und ausgewertet“. Die Videobilder werden Amateurfunker der Landesgruppe Steiermark des Österreichischen Versuchssenderverbandes ÖVSV empfangen.

Thomas Bergauer vom HEPHY betont: „Mit dem Flug dieses High-Tech-Ballons können nicht nur die Messungen von Victor Hess nachvollzogen werden, sondern sogar Höhen erforscht werden, die Hess aufgrund der Temperaturen und des Mangels an Sauerstoff nicht zugänglich waren."

Im Rahmen der Veranstaltung können Besucher an einem Schätzspiel teilnehmen und versuchen, die maximale Flughöhe des Ballons zu erraten. Auf den Gewinner wartet ein Gutschein für eine Heißluftballonfahrt.

Termin: Samstag, 1. September 2012

Beginn: 10:00 Uhr

Ort: Kasematten am Grazer Schloßberg

Programm:

10:00 Uhr: Begrüßung und Moderation durch Norbert Frischauf vom ÖWF

10:30 Uhr: Start des Stratosphärenballons

11:00 Uhr: Vortrag: "Victor F. Hess und die Entdeckung der Kosmischen Strahlung", P.M. Schuster, Victor-Franz-Hess-Gesellschaft

11:30 Uhr: Vortrag: "Ballonfahren einst und jetzt",  J. Starkbaum, mehrfacher Weltmeister im Ballonfahren

12:00 Uhr: Vortrag: "Kosmische Strahlung in Alltag und Technik", T. Bergauer, Institut für Hochenergiephysik 

13:00 Uhr: Quiz-Auflösung & Preisverleihung - Hauptgewinn: Ballonfahrt

Treffer 36 bis 42 von 156

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