13. Dezember 2011
Emil und die Neutrinos

Als im September die spektakuläre Nachricht vom CERN durch die Medien ging, dass möglicherweise überlichtschnelle Neutrinos gemessen wurden, erreichten uns viele Anfragen - herausgestochen ist dabei die Email des 9-jährigen Emil: "Ich bin ganz aufgeregt, weil die NEUTRINOS schneller sein sollen als die Lichtgeschwindigkeit. Kannst du mir davon mehr erzählen? Am liebsten würde ich nach Genf zum CERN fahren.". Am 3. Adventsonntag war es so weit...

Emil ist bei uns am HEPHY kein ganz Unbekannter - er besuchte bereits im vorigen Schuljahr unseren Anfänger- und Fortgeschrittenenkurs auf der Begabtenakademie, wo er nicht nur die Teilchen und Urkräfte unseres Universums kennenlernte, sondern schlussendlich auch selbst echte Daten vom CERN auswerten konnte. Sein Interesse an der Grundlagenforschung war damit offensichtlich keineswegs gesättigt, wie seine Neutrino-Email bewies. Und sein Wunsch, einmal das größte Forschungszentrum für Teilchenphysik zu besuchen, ernst.

Soviel Interesse sollte nicht unbelohnt bleiben, und so gelang es uns tatsächlich, für ihn eine Spezial-Kinder-CERN-backstage-Führung zu organisieren: Unser österreichischer Physiker-Kollege Michael Hoch, der für die Öffentlichkeitsarbeit beim CMS-Experiment arbeitet, und auch für einige wissenschaftlich-künstlerische Projekte verantwortlich zeichnet, öffnete für Emil einige Türen, die für normale Besucher des CERN verschlossen bleiben.

Besonders erstaunt war Emil als er die kleine rote Flasche sah, aus der all die hunderten Milliarden Protonen stammen, die jede Sekunde im LHC beschleunigt werden. So unscheinbar kann der Start in den größten Teilchenbeschleuniger der Welt sein!

Nach einer Stärkung im berühmten Restaurant 1 des CERN, das schon einige Nobelpreisträger gesehen hat, war noch Kreativität gefragt: wie kann man eigentlich aus Lego-Steinen einen Teilchenbeschleuniger basteln? Emil fand da gemeinsam mit den Söhnen von Michael Hoch, die auch bei der Führung dabei waren, eine originelle Lösung - vielleicht gibt es ja dieses Modell eines Tages zu kaufen, denn eines der Projekte von Michael Hoch ist die Entwicklung eines Lego-Modells zum Thema CERN.

Irgendwann geht auch der spannendste Tag zu Ende, und Emil reiste mit vielen neuen Eindrücken nach Hause. Wir würden uns aber nicht wundern, wenn wir bald wieder von ihm hören...