5. August 2011
Manfred Pernicka (1941-2011) - ein Leben für die Forschung

Manfred Pernicka mit dem "CMS Achievement Award"

Am 3. August ist Manfred Pernicka nach langer, schwerer Krankheit im 70. Lebensjahr verstorben. Manfred widmete 40 Berufsjahre dem HEPHY und hat mit seinen Entwicklungen zum Erfolg vieler Experimente beigetragen. Selbst nach seiner Pensionierung arbeitete er ehrenamtlich weiter, bis ihn gesundheitliche Gründe immer mehr davon abhielten. Wir bedauern sein Ableben zutiefst und möchten unsere tiefe Anteilnahme, insbesondere gegenüber seiner Familie, ausdrücken.

Manfred studierte Elektrotechnik an der Technischen Hochschule (heute: Technische Universität) Wien und kam 1970 ans HEPHY. Seine Arbeit war Beruf und Berufung zugleich, er entwickelte unermüdlich Elektronik für zahlreiche Experimente in der Hochenergiephysik, darunter UA1, NA48, Delphi und CMS am CERN; Belle und Belle II in Japan sowie Experimente in Protvino und Novosibirsk (Russland). Darüber hinaus baute er unter anderem Funkenkammern als Demonstrationsobjekte für Veranstaltungen und Ausstellungen. Auch nach Pensionsantritt blieb er dem HEPHY treu verbunden und arbeitete weiterhin an verschiedenen Projekten, solange es seine Gesundheit erlaubte.

Manfred wurde 1994 Leiter der Arbeitsgruppe "Elektronik 2" am HEPHY. Er sprühte regelrecht vor - teils unkonventionellen - Ideen, und die unter seiner Verantwortung gebauten elektronischen Systeme haben stets mit höchster Zuverlässigkeit funktioniert, obwohl manchmal großer Zeitdruck auferlegt wurde. 2010 wurde Manfred in Anerkennung seiner herausragenden persönlichen Beiträge und seines einzigartigen Einsatzes über einen langen Zeitraum für die erfolgreiche Fertigstellung des CMS-Experiments am CERN mit dem "CMS Achievement Award" ausgezeichnet.

In seiner spärlichen Freizeit war Manfred am liebsten sportlich in der Natur unterwegs: Im Winter als Schifahrer, Langläufer und auf Schlittschuhen, in der wärmeren Jahreszeit mit Surfbrett, Fahrrad, wandernd oder Fußball spielend. Er bereiste oft und gerne Russland und hatte auch im Winter keine Angst vor der sibirischen Kälte, sondern nutzte die Gelegenheit zum Langlaufen.

Wir werden Manfred als hochgeschätzten, erfahrenen und stets hilfsbereiten, gleichzeitig aber auch sehr bescheidenen Freund und Kollegen immer in bester Erinnerung behalten. Nicht nur das HEPHY trauert; zahlreiche Kollegen aus aller Welt haben ihr Bedauern und ihre Anteilnahme per Email ausgedrückt.

Requiescat in pacem.