1. Februar 2011
Kommende LHC Betriebsperiode bis Ende 2012 verlängert

Chamonix am Mont Blanc, Veranstaltungsort des LHC Workshops

Mit dem Ende der Arbeitstagung der LHC Beschleunigerexperten, die wie jedes Jahr in Chamonix am Fuße des Mont Blanc stattfand, gab CERN Details der neuen Planung für den weltweit leistungsstärksten Teilchenbeschleuniger bekannt. In den Worten von Steve Myer, CERN Direktor für Beschleuniger und Technologie: "Falls der LHC im Jahr 2011 eine ähnliche Steigerung der Leistung wie in 2010 erfährt haben wir ein sehr aufregendes Jahr vor uns."

Der Speicherring wird in einigen Wochen wieder den Betrieb aufnehmen und Strahlen von Protonen mit einer Energie von 3.5 TeV bereitstellen. Im Laufe des Jahres 2011 wird mit einer Steigerung der Raten auf etwa 50 Millionen Proton-Proton-Kollisionen / Sekunde gerechnet.

Sowohl der LHC als auch die Experiment haben während des Jahrs 2010 ausgezeichnete Leistungen geliefert. Erste Messungen von bekannten, aber seltenen Prozessen wurden gezeigt und die Jagd nach neuen Teilchen wurde begonnen. Trotz der limitierten Menge an Daten, die mit Ende 2010 zur Verfügung stand, übertrafen die bisher publizierten Resultate die Ergebnisse früherer Experimente bei weitem. Allerdings wurde noch keine Anzeichen für "Neue Physik" berichtet, und überall auf der Welt warten Physiker gespannt auf neue Daten.

Um die Chancen für eine Entdeckung bei der derzeit verfügbaren Energie zu maximieren entschied die CERN Führung nun, Ende 2011 nur einen kurzen technischen Stopp einzuschieben und die kommende Betriebsperiode bis Ende 2012 zu verlängern. Die lange Unterbrechung, die für eine Erhöhung der Beschleunigung notwendig ist, wird nun 2013 stattfinden.

Die Menge an Daten, die in diesen zwei Jahren erwartet wird, öffnet erste Möglichkeiten für die Entdeckung des sogenannten Higgs Bosons, des fehlenden Elements des Standardmodells der Teilchenphysik. Am Wiener Institut für Hochenergiephysik warten die Physiker mit noch größerer Spannung auf die Möglichkeit, Supersymmetrie zu entdecken. Dieses Modell ist einer der vielversprechendsten Erweiterungen des Standardmodells für höhere Energien und wird am HEPHY von theoretischen Physikern wie auch Experimentatoren untersucht. Sollten die leichtesten supersymmetrischen Teilchen Massen in der Reichweite der derzeitigen LHC Energie haben, werden die kommenden zwei Jahre erste Hinweise geben, die zu einer Revolution unseres Verständnisses der Physik führen werden.